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Stand: 21. September 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Die Schizophrenie-Therapie berücksichtigt, dass vielfältige Faktoren an der Entstehung beteiligt sein können. Dementsprechend wird ein sogenannter mehrdimensionaler Therapieansatz praktiziert. Dieser umfasst drei Komponenten:
Insbesondere bei akuter Schizophrenie ist die Therapie oft nicht einfach, da viele Betroffene nicht einsehen, dass sie eine Behandlung benötigen. Deshalb sind sie zu Beginn oft nicht bereit, mit Ärzten und Therapeuten zusammenzuarbeiten.
Besonders in der akuten Phase einer Schizophrenie ist die Therapie mit Psychopharmaka der wichtigste Baustein – Psychiater setzen vor allem sogenannte Neuroleptika (z.B. Haloperidol) ein.
Neuroleptika blockieren die Aufnahme des Dopamins an den sogenannten Dopamin-Rezeptoren. Dopamin ist ein Botenstoff im Gehirn (sog. Neurotransmitter) der Informationen zwischen den Nervenzellen (Neuronen) vermittelt. Bei schizophrenen Menschen scheinen die Dopamin-Rezeptoren mehr Dopamin aufzunehmen als bei Gesunden (sog. Überempfindlichkeit). Dies ruft Symptome wie Wahn und Halluzinationen hervor. Wahn und Halluzinationen bei Schizophrenie lassen sich durch eine Therapie mit Neuroleptika reduzieren.
Sind die akuten Symptome abgeklungen, nimmt der Betroffene Neuroleptika für mindestens sechs weitere Monate ein (sog. Erhaltungstherapie). Kommt es danach zu wiederholten Rückfällen, helfen bei Schizophrenie nach der Therapie der akuten Symptome Neuroleptika in einer niedrigeren Dosis. Langfristig kann diese Schizophrenie-Therapie weitere Rückfälle vermeiden.
Bei Menschen, die chronisch unter Halluzinationen und Wahn leiden, ist es sinnvoll, dass sie dauerhaft Neuroleptika einnehmen.
Neuroleptika können zum Teil starke Nebenwirkungen auslösen. Es gibt allerdings neuere Wirkstoffe (sog. atypische Neuroleptika), die gute Erfolge zeigen und weniger Nebenwirkungen hervorrufen (z.B. der Wirkstoff Olanzapin). Deshalb verschreiben Ärzte zur Schizophrenie-Therapie vor allem diese atypischen Neuroleptika (Atypika).
Wenn möglich, erhalten Menschen mit Schizophrenie nur ein Medikament zur Therapie (sog. Monotherapie). Treten Symptome wie starke Erregung, Angst oder Unruhe auf, verschreibt der Arzt manchmal zusätzlich ein starkes Beruhigungsmittel aus der Wirkstoffgruppe der Benzodiazepine, beispielsweise Lorazepam.
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