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Stand: 17. Mai 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Affektive Störungen können sich durch vielfältige Symptome äußern: Je nachdem, welche Form der Stimmungsstörung vorliegt, entwickeln sich manische und/oder depressive Zustände mit unterschiedlichem Schweregrad. In der Regel treten diese Zustände phasenweise auf. Neben der veränderten Stimmung wirken sich affektive Störungen auch auf das Verhalten sowie auf die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit aus: So ist es beispielsweise in vielen Fällen möglich, dass Depressionen und Manien die Aufmerksamkeit und das Gedächtnis der Betroffenen beeinträchtigen oder eine Depression die Anpassungsfähigkeit der Denk- und Verhaltensweise vermindert.
Affektive Störungen äußern sich meist nur durch Symptome einer Depression (= unipolare Störung) oder durch depressive Episoden, die im Wechsel mit manisch oder gemischt verlaufenden Episoden (mit manischen und depressiven Merkmalen) auftreten (= bipolare Störung). Eine depressive Episode ist eine Verstimmung, die mit Niedergeschlagenheit, Antriebs- und Interesselosigkeit sowie mit gehemmtem Denk- oder Konzentrationsvermögen einhergeht. Bei einer Depression reicht das Ausmaß der Symptome von leicht gedrückter Stimmung bis zu einem schwermütigen Gefühl der Gefühllosigkeit. Oft herrschen bei einer Depression quälende Angst und innere Unruhe. Menschen, die depressiv sind, zeigen häufig kaum Mimik oder Gestik und sprechen mit leiser, zögernder Stimme.
Weitere Symptome einer Depression sind Schlafstörungen, Appetitlosigkeit und Mangel an sexuellem Interesse. Affektive Störungen führen in ihrer depressiven Episode oft dazu, dass die Betroffenen ihre Umwelt als grau erleben und sich wertlos und schuldig fühlen, sodass sie sich häufig von ihren Mitmenschen zurückziehen. Das Risiko für Selbstmord (Suizid) ist bei Depressionen sehr hoch: 60 bis 70 Prozent der Betroffenen haben Selbstmordgedanken. Je nachdem, wie viele Symptome auftreten und wie stark sie ausgeprägt sind, unterteilt man depressive Episoden in drei Schweregrade (leicht, mittelgradig, schwer).
Eine Dysthymia ist eine ständige oder immer wiederkehrende, leicht depressive Verstimmung. Anhaltende affektive Störungen in dieser Form entwickeln sich meist im frühen Erwachsenenalter. Trotz der typischen Symptome einer Depression wie Müdigkeit, Unzulänglichkeit, Anstrengung, Schlafstörungen und Verlust der Genussfähigkeit sind die Betroffenen in der Regel fähig, mit dem Alltag zurechtzukommen.
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