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Stand: 21. November 2010Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Ein für Magersucht (Anorexie) deutliches Symptom ist der extreme Gewichtsverlust. Neben der strengen Diät setzen viele Magersüchtige zusätzlich Appetitzügler oder Abführmittel ein und betätigen sich übertrieben körperlich, um abzunehmen. Durchschnittlich verlieren sie 45 bis 50 Prozent ihres Ausgangsgewichts. Ist das Körpergewicht um mehr als 15 Prozent niedriger als das Normalgewicht (dies entspricht bei Erwachsenen einem Body-Mass-Index von weniger als 17,5), gilt dies als sicheres Anzeichen für Magersucht.
Die beiden für Magersucht (Anorexie) typischen Symptome Gewichtsverlust und Mangelernährung können den Körper schwerwiegend schädigen. Dies äußert sich durch verschiedene körperliche Veränderungen:
Der Körper stuft Gewichtsabnahme als Notsituation ein. So unterlässt er alles, was einen zusätzlichen, unnötigen Energieverlust bedeutet. Da der Körper bei Magersucht auch die Bedingungen für eine Schwangerschaft nicht mehr erfüllen kann, stellt er alle Aktivitäten in dieser Richtung ein. Anzeichen hierfür sind hormonelle Veränderungen, durch die auch die Menstruation ausbleibt. Beginnt die Magersucht vor der Pubertät, ist die körperliche Entwicklung meist stark verzögert.
Durch die Magersucht können auch die Herzschlagfrequenz, der Blutdruck und die Körpertemperatur sinken. Weitere mögliche Folgen der Magersucht sind Hautprobleme, flaumartige Behaarung des Rückens, Muskelschwäche, Haarausfall und Wassereinlagerung im Gewebe. Letzteres liegt an dem verringerten Eiweißgehalt im Blut: Diese Eiweiße binden gewöhnlich Wasser; fehlen sie, kann das Wasser wieder aus den Blutgefäßen ins Gewebe strömen. Auch der Mineralstoffhaushalt ist in der Regel bei einer Magersucht gestört. All diese körperlichen Symptome entstehen durch die Mangelernährung und verschwinden meist vollständig, wenn sich das Essverhalten langfristig normalisiert hat.
Eine Magersucht (Anorexie) äußert sich nicht nur durch körperliche Symptome – es zeigen sich auch psychische Veränderungen: Wer magersüchtig ist, strebt beharrlich danach, dünner zu werden. Gleichzeitig haben Magersüchtige extreme Angst davor, an Gewicht zuzunehmen. Schon wenn sie nur ein paar Gramm zunehmen (was aufgrund ihres gesenkten Energieverbrauchs bereits durch eine geringe Nahrungszufuhr erfolgen kann), löst dies Anzeichen von Angst und Panik aus. Die Betroffenen versuchen nachfolgend, ihr Essverhalten noch strenger zu kontrollieren – sie geraten in einen Teufelskreis. Magersüchtige zeigen häufig auch depressive Symptome und sind stark reizbar.
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