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Stand: 31. Oktober 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Beim Borderline-Syndrom, auch als Borderline-Störung bezeichnet, handelt es sich um eine Persönlichkeitsstörung. Mediziner verwenden für das Borderline-Syndrom auch den Begriff "emotional instabile Persönlichkeitsstörung". Menschen mit Persönlichkeitsstörungen zeigen anhaltende und weitgehend gleich bleibende Verhaltensmuster, die durch starre unangemessene Reaktionen in unterschiedlichen persönlichen und sozialen Lebenslagen gekennzeichnet sind.
Problematisch bei der Diagnose einer Persönlichkeitsstörung ist, dass nicht einzelne Verhaltensweisen als "Störung" bezeichnet werden, wie bei anderen psychischen Erkrankungen (z.B. Angststörungen), sondern eine Beurteilung des gesamten Verhaltens beziehungsweise des Charakters erfolgt. Auch sind die Grenzen von persönlichen "Macken" beziehungsweise hervorstechenden Persönlichkeitseigenschaften zu einer gestörten Persönlichkeit oft schwer zu ziehen. Deshalb sollte die Diagnose "Borderline-Syndrom" nur gestellt werden, wenn die sozialen Beziehungen des Betroffenen so stark beeinträchtigt sind, dass seine berufliche und private Leistungsfähigkeit deutlich herabgesetzt ist. Meist entsteht für Personen, die unter einer Persönlichkeitsstörung leiden, erhebliches persönliches Leid.
Die Borderline-Störung zeichnet sich durch ein fortlaufendes Muster von Instabilität in sozialen Beziehungen, im Selbstbild und der Stimmung aus. Der Borderline-Begriff entstand aus der Annahme, dass sich diese Störung im Grenzbereich (engl.: borderline) zwischen Neurose und Psychose bewegt, da die Betroffenen neben einer gestörten Charakterstruktur auch vereinzelt psychotische Symptome zeigen, beispielsweise Verfolgungsideen. In den letzten Jahren ist in Presse und Fernsehen vermehrt über das Borderline-Syndrom berichtet worden, vermutlich angeregt durch die gesteigerte Aufmerksamkeit, die der Themenbereich des körperlichen und sexuellen Missbrauchs vor allem bei Kindern erhalten hat: Diese extrem belastenden Lebenserfahrungen spielen bei der Entstehung der Borderline-Persönlichkeitsstörung häufig eine Rolle.
Etwa zwei Prozent der Gesamtbevölkerung leiden unter dem Borderline-Syndrom. Der überwiegende Teil der Patienten mit Borderline-Persönlichkeitsstörung, die sich in ärztlicher Behandlung befinden, ist weiblich (bis zu 80 Prozent). Die meisten Betroffenen sind zwischen 15 und 45 Jahre alt. Bei einem großen Anteil der Betroffenen finden sich neben der Borderline-Störung weitere psychische Probleme wie Depressionen oder Symptome anderer Persönlichkeitsstörungen.
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