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Zwangsstörung

Stand: 11. Dezember 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Viele Menschen kennen das: Beim Verlassen der Wohnung fragt man sich plötzlich, ob der Herd ausgeschaltet ist – und kehrt wie unter Zwang zurück, um den Herdschalter zu kontrollieren. Wer dauernd solche als unsinnig empfundenen Handlungen ausführt, hat vielleicht eine Zwangsstörung – die Grenze zwischen "normalem" und krankhaftem Zwangsverhalten ist fließend.

Eine Zwangsstörung liegt vor, wenn sich einem unangenehme Gedanken und Handlungen wiederholt aufdrängen, die man als unsinnig erkennt, ohne sich gegen deren Auftreten wehren zu können. Typischerweise beeinträchtigen die Zwangserscheinungen den gesamten Alltag. Geben die Betroffenen dem Zwang nicht nach, empfinden sie meist eine unerträgliche Anspannung. Die für Zwangsstörungen typischen Symptome sind:

  • Zwangsgedanken (z.B. die Zwangsvorstellung, bei einem feierlichen Anlass aufzuspringen und ordinäre Beschimpfungen von sich zu geben, Zwangsbefürchtungen um die eigene Gesundheit o. die von Angehörigen)
  • Zwangsimpulse (z.B. der Handlungsimpuls, unkontrollierte sexuelle Handlungen auszuführen, sich selbst o. das eigene geliebte Kind zu verletzen)
  • Zwangshandlungen (z.B. Kontrollzwang, Waschzwang, zwanghaftes Nachfragen o. Zählzwang)

Zwangsstörungen können schon bei Kindern auftreten, beginnen aber meist erst nach Abschluss der Pubertät. Vermutlich hat eine Zwangsstörung ihre Ursachen im Zusammenspiel biologischer und psychologischer Faktoren: So scheint zum einen der Stoffwechsel bestimmter Botenstoffe des Gehirns gestört zu sein. Zum anderen kann man Zwänge als eine Form der Angstbewältigung ansehen: Beispielsweise kann eine starke Angst, sich mit einer Infektionskrankheit anzustecken, zu einem extremen Waschverhalten führen. Auch erbliche Faktoren kommen für Zwangsstörungen als Ursachen infrage.

Bei einer Zwangsstörung kommen zur Therapie Psychopharmaka und psychotherapeutische Methoden zum Einsatz. Durch die Kombination beider Behandlungsverfahren gelingt es meist, erfolgreich gegen Zwangsstörungen vorzugehen. dabei gilt: Je früher bei einer Zwangsstörung die Behandlung beginnt, desto günstiger ist die Prognose.

Weiterlesen: Zwangsstörungen: Definition

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