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Stand: 11. Dezember 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Worin genau eine Zwangsstörung ihre Ursachen hat, ist schwer zu bestimmen. Dass an ihrer Entstehung mehrere (organische und psychologische) Faktoren zusammenwirken, zeigen die vielen verschiedenen Zusammenhänge, in denen Zwangserscheinungen auftreten können: So kommt Zwang bei den unterschiedlichsten Erkrankungen vor; häufig treten Zwangssymptome zum Beispiel gemeinsam mit depressiven Störungen, Ängsten, hypochondrischen Störungen, Alkoholmissbrauch und Essstörungen auf. Bei Schizophrenie können im Anfangsstadium Zwangssymptome vorherrschen, gehen aber später zurück. Darüber hinaus sind Zwangssymptome bei Erkrankungen des Gehirns verbreitet; in Einzelfällen gehen außerdem multiple Sklerose und Epilepsie mit Zwängen einher. Aber auch wer gesund ist, kann vorübergehend Zwangssymptome entwickeln – zum Beispiel bei Anspannung und Ermüdung, im Zustand der Erschöpfung nach einer durchgemachten Infektion, während der Schwangerschaft oder im Wochenbett. Eine echte Zwangsstörung liegt allerdings nur dann vor, wenn Zwangsvorstellungen und Zwangshandlungen vorherrschend sind und keine andere psychische Erkrankung besteht.
Für eine Zwangsstörung kommen als Ursachen unter anderem biologische Faktoren infrage. Dies zeigen bestimmte neurobiologische Befunde: Zwangsstörungen stehen im Zusammenhang mit einer gestörten Funktion bestimmter Regionen im Gehirn (Basalganglien, limbisches System und Frontalhirn). Beim Zusammenwirken dieser Hirnstrukturen spielt der Botenstoff Serotonin, der an der Impulskontrolle beteiligt ist, eine wichtige Rolle. Durch Medikamente, welche die Wiederaufnahme von Serotonin hemmen, bessert sich die Zwangsstörung in den meisten Fällen. Ein ähnliches Ergebnis lässt sich durch eine chirurgische Unterbrechung der Verbindung zwischen zwei der beteiligten Hirnregionen (Basalganglien und Frontalhirn) erzielen. Dies spricht dafür, dass es eine biologisch bedingte Anfälligkeit für Zwangsstörungen gibt.
Auch die ausgeprägte familiäre Häufung von Zwangsstörungen weist darauf hin, dass biologische Faktoren unter den Ursachen für eine Zwangsstörung eine große Rolle spielen: Je höher der Verwandtschaftsgrad zu einem Menschen mit Zwangsstörung ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, ebenfalls eine Zwangsstörung zu entwickeln.
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