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Zwangsstörung

Zwangshandlungen

Stand: 11. Dezember 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Neben den Zwangsgedanken beinhalten die für eine Zwangsstörung kennzeichnenden Symptome auch Zwangshandlungen. Eine Zwangshandlung ist eine Handlung, die man zwanghaft gegen oder ohne seinen Willen ausführt. Meist sind Zwangsimpulse oder Zwangsbefürchtungen der Grund für Zwangshandlungen. Versuchen Menschen mit einer Zwangsstörung, diese Handlungen zu unterlassen, tritt eine intensive innere Anspannung und Angst auf. Obwohl die Betroffenen die Handlungen als sinnlos empfinden, fühlen sie sich gezwungen, sie immer wieder und immer auf gleiche Weise zu wiederholen.

Am häufigsten treten im Rahmen einer Zwangsstörung Kontrollzwänge auf. So kommen bei Menschen mit Kontrollzwang beispielsweise nach dem Abschließen der Haustür Zweifel auf, ob die Tür auch wirklich verschlossen ist. Dies müssen sie dann bis zu 20 oder 30 Mal kontrollieren, obwohl sie wissen, dass die Tür bereits verschlossen ist. Doch nur durch das Ausführen der Kontrollhandlung können die Betroffenen die bestehende innere Spannung abbauen – was allerdings meist nur kurze Zeit anhält. Verschiedene Zwangshandlungen können sich auch zu einem Zwangsritual zusammenfügen, das die Betroffenen dann in bestimmter Form und Häufigkeit ausführen müssen. Weitere typische Beispiele für Zwangshandlungen sind der Waschzwang, das zwanghafte Nachfragen und der Zählzwang. Bei knapp 50 Prozent der Zwangsstörungen treten verschiedene Handlungen parallel auf.

Zwangsimpulse

Die bei einer Zwangsstörung auftretenden Symptome können auch Zwangsimpulse umfassen – dies sind sich zwanghaft aufdrängende, unwillkürliche Handlungsimpulse. Die Betroffenen leben in der ständigen Angst, diese Handlung tatsächlich auch auszuführen, was aber meist nicht geschieht. Die Angst vor der Ausführung ist besonders groß bei aggressiven Zwangsimpulsen, wie beispielsweise dem Impuls, das eigene geliebte Kind zu verletzen oder zu töten. Zwangsimpulse können auch sexueller Natur sein, wie der Impuls zu unkontrollierten sexuellen Handlungen. Des Weiteren können Zwangsimpulse eine gegen sich selbst gerichtete Aggression beinhalten, wie zum Beispiel den Impuls, von einer Brücke oder einem Hochhaus zu springen.

Weiterlesen: Zwangsstörungen: Diagnose

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