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Stand: 11. Dezember 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Eine Zwangsstörung ist gekennzeichnet durch unangenehme Gedanken, Handlungsimpulse oder Handlungen, die sich einem Menschen aufdrängen. Per Definition liegt eine Zwangsstörung vor, wenn
Obwohl Menschen mit einer Zwangsstörung die sich aufdrängenden Gedanken oder Handlungsimpulse als unsinnig erkennen und versuchen, Widerstand dagegen zu leisten, können sie ihr Auftreten nicht verhindern: Geben sie dem Zwang nicht nach, empfinden sie meist unerträgliche Anspannung und Angst.
Auch bei gesunden Menschen treten manchmal Verhaltensweisen auf, die einer Zwangsstörung ähneln. So fragen sich viele Menschen (ähnlich einem Kontrollzwang) nach dem Verlassen des Hauses, ob der Herd tatsächlich ausgeschaltet ist. Obwohl man den Herd immer ausmacht, lässt einem dieser Gedanke keine Ruhe, sodass man vorsichtshalber doch ein Blick in der Küche wirft. Ebenso gibt es viele Menschen, die (ähnlich einem Waschzwang, Putzzwang oder Ordnungszwang) ein großes Bedürfnis nach penibler Sauberkeit haben und es kaum ertragen können, wenn jemand ihre übliche Ordnung durcheinanderbringt. Doch was diese Verhaltensweisen von krankhaftem Zwangsverhalten unterscheidet, ist, dass bei Menschen mit einer Zwangsstörung die Zwangshandlungen oder Zwangsgedanken den gesamten Alltag beeinträchtigen. Die Zwangsstörung kann so weit führen, dass der größte Teil des Tages mit Zwangshandlungen ausgefüllt ist. Allerdings ist es nicht möglich, eine scharfe Grenze zwischen normalem zwangsähnlichen Verhalten und krankhaften Zwangserscheinungen zu ziehen.
Lange Zeit galt die Zwangsstörung oder Zwangserkrankung als eine psychische Störung mit sehr geringer Häufigkeit. Inzwischen geht man davon aus, dass bei etwa 2 Prozent der Bevölkerung eine Zwangsstörung besteht. Einzelne Zwangssymptome sind bei ungefähr 8 Prozent der Bevölkerung zu finden. Eine Zwangsstörung beginnt meist nach Abschluss der Pubertät bei Jugendlichen oder jungen Erwachsenen, kann aber auch schon bei Kindern auftreten oder später beginnen. Männer und Frauen sind etwa gleich häufig von Zwangsstörungen betroffen.
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