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Panik

Massenpanik

Stand: 27. Juli 2010Autor: Onmeda-Redaktion

Das Phänomen der Massenpanik ist eher selten, aber doch immer wieder zu beobachten: Beispiel ist die Loveparade 2010 in Duisburg, auf der mehr als 20 Menschen aufgrund einer Massenpanik ihr Leben lassen mussten. Hunderte Personen wurden verletzt.

Man sieht eine Menschenmenge.
In einer großen Menschenmenge kann eine Massenpanik entstehen.

Eine sogenannte Massenpanik oder Massenhysterie tritt in größeren Menschenmengen auf, etwa bei Fußballspielen, auf Konzerten oder im Rahmen von Pilgerfahrten. Plötzlich und unerwartet breitet sich extreme Angst und Verwirrung in der Menschengruppe aus. Personen beginnen zu schubsen, Ein- und Ausgänge werden verstopft, Menschen werden eingeklemmt und durch den gewaltigen Druck zu Boden gerissen. Oft übersehen die Menschen in ihrer Panik weitere Ausgänge oder Fluchtmöglichkeiten.

Doch wie kommt es zu einer Massenpanik? Ein kollektiver Panikzustand läuft nach dem Prinzip der "psychischen Ansteckung" ab: Wenn eine Person panisch reagiert, weil sie sich bedroht fühlt, kann sie durch ihr Verhalten andere Menschen regelrecht anstecken, die dann ebenfalls panisch reagieren. Es kommt zu einer Massenpanik. Der Grund: Im Hirn werden Nervenzellen (Neuronen) aktiviert, die die gleichen Reize auslösen, als würde der Beobachter selbst die Panik-Handlung ausführen. Diese Zellen werden auch Spiegelneuronen genannt.

Ein Beispiel verdeutlicht das Phänomen:

In einem Theater hört man während der Vorführung plötzlich einen lauten Schuss. Die Leute erschrecken, aber alle bleiben auf ihren Plätzen sitzen. Anders sähe es vermutlich aus, wenn sich ein paar Leute panisch erheben und schreiend flüchten würden: Mit hoher Wahrscheinlichkeit würden weitere Menschen diesem Verhalten folgen – und womöglich eine Massenpanik herbeiführen.

Diese Art "Herdentrieb", der bei einer Massenpanik zutage tritt, ist aus biologischer Sicht gesehen durchaus sinnvoll – zumindest, wenn man sie auf Herdentiere bezieht: In einer Herde vertraut ein einzelnes Tier der Masse. Ergreift ein Tier die Flucht, folgen ihm die anderen, um vor Bedrohungen geschützt zu sein. Nach einem ähnlichen Prinzip entsteht auch die Massenpanik unter Menschen.

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