Sie befinden sich hier:

Startseite > Krankheiten > Psychische Erkrankungen > Angststörung > Ursachen

Angststörung

Neurobiologische Aspekte

Stand: 14. September 2010Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Die psychoanalytischen und lerntheoretischen Ansätze suchen die Ursachen für Angststörungen in bestimmten Umweltbedingungen. Experten gehen jedoch davon aus, dass nicht allein schlechte Lernerfahrungen zu einer Angststörung führen. Vielmehr muss eine Person aus biologischer Sicht besonders anfällig dafür sein, eine Angststörung zu entwickeln.

Ein Faktor, der hierbei eine Rolle zu spielen scheint, ist das autonome Nervensystem. Das autonome Nervensystem reguliert und kontrolliert die Funktionen der inneren Organe, etwa Herz und Atmung. Bei Menschen, die an einer Angststörung leiden, scheint das autonome Nervensystem labil zu sein – es wird durch verschiedenste Reize sehr schnell erregt. Dies führt dazu, dass sich Angstsymptome besonders schnell ausbilden können. Diese Labilität des autonomen Nervensystems ist offenbar angeboren.

Man vermutet, dass bestimmte Botenstoffe (Neurotransmitter) im Gehirn von Angstpatienten aus dem Gleichgewicht geraten sind (z.B. Serotonin, Noradrenalin oder Gamma-Aminobuttersäure (GABA)). Weitere neurobiologische Befunde zeigen, dass bei Menschen mit einer Angststörung eine spezielle Hirnregion Besonderheiten aufweist: das sogenannte limbische System. Das limbische System spielt unter anderem bei der Verarbeitung und Empfindung menschlicher Gefühle eine große Rolle.

Auch scheinen genetische Faktoren an der Entstehung von Angststörungen beteiligt zu sein. Untersuchungen haben ergeben, dass Verwandte ersten Grades von Personen, die unter einer Angststörung leiden, eher erkranken als Verwandte Nichtbetroffener. Es ist jedoch nicht bekannt, ob diese Ergebnisse nur auf genetische Faktoren zurückgeführt werden können, denn Verwandte ersten Grades leben häufig auch in der gleichen Umwelt oder waren ähnlichen Einflüssen ausgesetzt. Falls also Umweltfaktoren die Entstehung von Angststörungen beeinflussen, könnte das der Grund für die höhere Erkrankungswahrscheinlichkeit im verwandtschaftlichen Umfeld Betroffener sein.

Angst kann auch im Zusammenhang mit bestimmten Substanzen, wie Alkohol, Koffein oder Drogen, auftreten. So erleben manche beispielsweise die durch Aufputschmittel bedingte Kreislaufreaktion als Panikattacke. Baut der Betroffene daraufhin die Erwartungsangst auf, dass es zu einer weiteren Angstattacke kommen könnte, ist der Grundstein für eine Panikstörung gelegt.

Weiterlesen: Angststörung: Symptome

Das könnte Sie auch interessieren

Psychische Erkrankungen

Psychische Erkrankungen

Erfahren Sie im Überblick mehr über psychische Erkrankungen wie Ängste, Zwänge und somatoforme Störungen. mehr ...

Weitere Themen:

Am häufigsten gelesen

Leben mit Krebs

Leben mit Krebs

Im Themenspecial finden Betroffene und Angehörige Informationen zu modernen Therapieformen sowie zur aktuellen Krebsforschung. mehr ...

Weitere Themen:

PartnerangeboteAnzeige

Disclaimer:

© 2012 gofeminin.de GmbH – Das Informationsangebot rund um die persönliche Gesundheit auf www.onmeda.de dient ausschließlich Ihrer Information und ersetzt in keinem Fall eine persönliche Beratung, Untersuchung oder Diagnose durch einen approbierten Arzt. Die auf Onmeda zur Verfügung gestellten Inhalte können und dürfen nicht zur Erstellung eigenständiger Diagnosen und/oder einer Eigenmedikation verwendet werden. Bitte beachten Sie auch den Haftungsausschluss sowie unsere Hinweise zu den Bildrechten.