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Benigne Prostatahyperplasie (BPH, Prostata­vergrößerung): Prostata-OP

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (08. März 2016)

Offene Adenomenukleation

Wenn Medikamente gegen die benigne Prostatahyperplasie (BPH, gutartige Prostatavergrößerung) nicht ausreichen, kann eine Prostata-OP weiterhelfen. Das älteste Operationsverfahren ist die offene Adenomenukleation (oAE): Hierbei macht der Operateur einen kleinen Schnitt im Unterbauch, öffnet die Blase und entfernt anschließend die Gewebewucherung aus der Prostata. In der Regel verringert der Eingriff die Prostatabeschwerden deutlich und dauerhaft. Die offene Operation bietet sich zur Therapie an, wenn die Prostata stark vergrößert ist und eine Ausschabung durch die Harnröhre wenig Erfolg verspricht.

Transurethrale Resektion der Prostata (TUR-P)

Häufiger kommt gegen die benigne Prostatahyperplasie jedoch eine andere Prostata-OP zum Einsatz: die transurethrale Resektion (TUR) der Prostata, die als wichtigste operative Behandlungsmethode der Prostatavergrößerung gilt. Um Schmerzen auszuschalten, ist dabei eine Vollnarkose oder Rückenmarksanästhesie nötig. Dann schiebt der Arzt ein dünnes Röhrchen (sog. Resektoskop) durch die Harnröhre (d.h. transurethral) bis zur Prostata. Darin befinden sich eine winzige Kamera und eine elektrische Drahtschlinge, mit welcher der Arzt das überschüssige Gewebe Schicht für Schicht mechanisch abträgt. Da die Schlinge elektrisch erhitzt ist, verschließen sich die verletzten Blutgefäße rasch wieder. Mit der TUP-P lassen sich die Prostatabeschwerden ebenfalls wirksam und dauerhaft beseitigen.

Die TUR-P ist ein minimal-invasiver Eingriff. Wer seine benigne Prostatahyperplasie so behandeln lassen möchte, muss üblicherweise trotzdem einen mehrtägigen Klinikaufenthalt in Kauf nehmen, weil Blutungs- und andere Risiken nicht ausgeschlossen sind. An einzelnen dafür ausgewiesenen Zentren ist die Prostata-OP auch ambulant möglich. Das Risiko, dass die TUR-P eine Erektionsstörung zur Folge hat, ist sehr gering. Allerdings geht bei einer so behandelten Prostatavergrößerung häufig die Ejakulationsfähigkeit verloren – das heißt, die betroffenen Männer können keinen Samenerguss mehr bekommen.

Neben der herkömmlichen TUR-P kommen oft auch Varianten dieser Prostata-OP zum Einsatz, um die benigne Prostatahyperplasie zu beheben. In allen Fällen können Sie mit einem ähnlichen Behandlungserfolg rechnen. Zu den Varianten der TUR-P gehören zum Beispiel:

  • Transurethrale Elektrovaporisation (TUEVP): Hierbei entfernt der Operateur das Prostatagewebe nicht mit einer Schlinge, sondern verdampft es bei Temperaturen von über 300 °C. Das soll die Blutungen gering halten.
  • Transurethrale Vaporesektion (TUVRP): Hier entfernt der Operateur zunächst Prostatagewebe mit einer Schlinge und setzt dann die Verdampfung ein, um das Risiko für Blutungen zu senken.

Transurethrale Inzision der Prostata (TUIP)

Eine andere minimal-invasive Prostata-OP-Methode, die nicht die benigne Prostatahyperplasie selbst behandelt, sondern nur ihre Auswirkung, ist die transurethrale Inzision der Prostata (TUIP). Hierbei entfernt der Operateur kein Prostatagewebe, sondern schneidet das Gewebe zwischen Blasenhals und Prostata so ein, dass die eingeengte Harnröhre mehr Platz hat. Das Risiko für Blutungen und andere Nebenwirkungen ist bei diesem Eingriff geringer. Allerdings können sich die Prostatabeschwerden nach einer Weile wieder verstärken, sodass ein erneuter Eingriff nötig ist. Die TUIP ist nur bei einer mäßigen Prostatavergrößerung zur Therapie geeignet.

Um die benigne Prostatahyperplasie mit einer Prostata-OP zu behandeln, stehen neben diesen Standardmethoden noch verschiedene andere Verfahren zur Verfügung. Auch bei ihnen führt der Operateur die Instrumente – ähnlich wie bei der TUR-P – durch die Harnröhre (d.h. transurethral) ein. Der Unterschied zwischen den Therapiemethoden besteht vor allem darin, womit der Operateur das Prostatagewebe entfernt oder zerstört – zum Beispiel mit Wärme oder Laser.

Wärmebehandlung (Thermotherapie)

Eine gegen die benigne Prostatahyperplasie geeignete Wärmebehandlung ist die transurethrale Mikrowellen-Thermotherapie (TUMT): Dabei führt der Arzt über die Harnröhre einen Schlauch ein, um hierüber die vergrößerte Prostata mithilfe von Mikrowellen so stark aufzuheizen, dass das Gewebe abstirbt. Die Vorteile der TUMT liegen darin, dass keinerlei Blutungsrisiko besteht, anschließend seltener Probleme beim Samenerguss auftreten und der Eingriff ambulant unter örtlicher Betäubung erfolgen kann. Eventuell kann der Betroffene zusätzlich ein Beruhigungsmittel bekommen, sodass er sich während des Eingriffs in einer Art Dämmerschlaf befindet. Die durch die Prostatavergrößerung bedingten Beschwerden verringern sich deutlich, können jedoch nach einigen Jahren wieder zunehmen.

In der Vergangenheit kam beispielsweise auch die Wärmebehandlung mit Radiowellen (transurethrale Nadelablation, TUNA) zum Einsatz, um die benigne Prostatahyperplasie zu behandeln. Inzwischen tragen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für diese Therapie jedoch nicht mehr.

Lasertherapie

Alternativ kann gegen eine benigne Prostatahyperplasie eine Lasertherapie infrage kommen. Um die Einengung (Obstruktion) der Harnröhre durch die vergrößerte Prostata zu beheben, stehen verschiedene Laserverfahren zur Verfügung. Eine wirksame Therapie mit dauerhaftem Erfolg, erzielen bei einer Prostatavergrößerung vor allem:

  • die Holmium-Laser-Resektion der Prostata (HoLEP) und
  • die Holmium-Laser-Enukleation der Prostata (HoLRP).

Damit der Betroffene bei der Lasertherapie keine Schmerzen verspürt, bekommt er eine Regional- oder Vollnarkose. Anschließend behebt der Arzt die benigne Prostatahyperplasie, indem er eine Sonde mit einem speziellen Gerät in die Nähe der Prostata einbringt und das überschüssige Gewebe mit dem Laser entfernt. Dadurch verringern sich die Größe der Prostata, die Verengung der Harnröhre und somit die mit der Prostatavergrößerung verbundenen Symptome.

Eine solche Lasertherapie ist bei einer benignen Prostatahyperplasie vermutlich ähnlich erfolgreich wie die TUR-P – bei vergleichsweise kürzerem Krankenhausaufenthalt. Auch Komplikationen – wie eine dauerhafte Inkontinenz oder eine Erektionsstörung – treten infolge der Therapie nur sehr selten auf. Es besteht jedoch ein gewisses Risiko, den Samenerguss zu verlieren. Andere Laserbehandlungen der Prostatavergrößerung wie …

  • die Kontaktlaserablation der Prostata (CLAP),
  • die visuelle Laserablation der Prostata (VLAP) oder
  • die photoselektive Vaporisation der Prostata (PVP) mit dem Grün-Laser

… sind gegen die benigne Prostatahyperplasie jedoch auf längere Sicht wahrscheinlich weniger wirksam oder in ihrer Wirksamkeit noch nicht ausreichend untersucht. Manche Lasertherapien – wie die interstitielle Laserkoagulation (ILK) – kommen zur Behandlung der Prostatavergrößerung inzwischen nicht mehr zum Einsatz. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen deren Kosten auch nicht mehr.

Intraprostatische Stents

Wenn man die benigne Prostatahyperplasie mit einem minimal-invasiven Eingriff behebt, können die Probleme beim Wasserlassen nach der Therapie vorübergehend zunehmen. In dem Fall kann ein intraprostatischer Stent weiterhelfen: Intraprostatische Stents sind metallische oder Polyurethan-Implantate, die der Arzt ohne Narkose entweder vorübergehend (passager) oder auf Dauer (permanent) in der Harnröhre platziert, wo sie für einen freien Harnablauf sorgen sollen:

  • Die passageren intraprostatischen Stents sind eine alternative Behandlungsform zum transurethralen Dauerkatheter; es ist jedoch ratsam, sie in regelmäßigen Abständen auszuwechseln.
  • Vorteil der permanenten Stents ist, dass endoskopische Maßnahmen nach dem Einwachsen der Stents in die Harnröhrenwand möglich bleiben.

Stents stellen jedoch keine Alternative zur operativen Behandlung der benignen Prostatahyperplasie dar. Da permanente Stents häufig Komplikationen verursachen und entfernt werden müssen, ist ihr Einsatz als Alternativbehandlung bei einer Prostatavergrößerung nur dann zu empfehlen, wenn

  • die Lebenserwartung des Betroffenen gering ist und
  • eine Operation für den Betroffenen ein zu hohes Risiko bedeuten würde.

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