Benigne Prostatahyperplasie (BPH, Prostata­vergrößerung): Therapie

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (08. März 2016)

Eine benigne Prostatahyperplasie (BPH, gutartige Prostatavergrößerung) alleine ist noch kein Grund für eine Therapie. Ob die vergrößerte Prostata eine Behandlung nötig macht, hängt davon ab, ob und in welchem Ausmaß sie Probleme beim Wasserlassen bereitet (sog. benignes Prostatasyndrom).

Eine vergrößerte Prostata beziehungsweise hierdurch ausgelöste Prostatabeschwerden kann man auf verschiedene Weise behandeln: Gegen die benigne Prostatahyperplasie können Medikamente oder eine Operation helfen. Dabei stehen für jede Behandlung mehrere Möglichkeiten zur Verfügung. Jede Methode besitzt bestimmte Vorteile und ist für bestimmte Ausprägungen der Prostatavergrößerung jeweils besonders empfehlenswert. Medikamente eignen sich allerdings nur dann, wenn:

  • es nicht wiederholt zu Harnverhalt (Unfähigkeit, die Blase zu entleeren) oder zu Harnwegsinfektionen kommt und
  • weder Blasensteine noch Anzeichen einer beginnenden Niereninsuffizienz festzustellen sind – in den Fällen ist eine Prostata-OP erforderlich.

Medikamente

In leichteren Fällen reichen gegen eine benigne Prostatahyperplasie Medikamente aus: Die Therapie zielt darauf ab, Ihre Prostatabeschwerden zu lindern. Deren Ursache (d.h. die Einengung der Harnröhre durch die Prostatavergrößerung) können Sie durch Medikamente allein jedoch nicht beheben.

Es stehen verschiedene Mittel zur Verfügung, die gegen die Symptome der benignen Prostatahyperplasie helfen. Hierzu gehören Alpha-Rezeptoren-Blocker wie Alfuzosin, Doxazosin, Tamsulosin und Terazosin: Die Wirkstoffe blockieren die sogenannten Alpha-Rezeptoren der Prostatamuskulatur, die sich dadurch entspannt. Auf diese Weise verringert sich der Widerstand am Blasenausgang, was wiederum den durch die Prostatavergrößerung verringerten Harnstrahl verbessert. Die Medikamente richten jedoch nichts gegen die vergrößerte Prostata selbst aus. Die Behandlung kann folgende Nebenwirkungen verursachen:

Des Weiteren bieten sich 5-Alpha-Reduktase-Hemmer wie Finasterid zur Behandlung der Prostatavergrößerung an: Diese Medikamente lindern nicht nur die Beschwerden, sondern können auch das Prostatagewebe um bis zu 30 Prozent verringern. Wenn Sie Ihre benigne Prostatahyperplasie mit 5-Alpha-Reduktase-Hemmern behandeln, können Sie als Nebenwirkung Erektionsstörungen bekommen.

Auch Pflanzenpräparate (Phytotherapeutika) kommen bei einer benignen Prostatahyperplasie immer wieder zur Behandlung zum Einsatz, etwa Extrakte der Sägepalme, Kürbissamen oder Roggenpollen und Phytosterol aus Hypoxis rooperi (eine afrikanische Pflanze), Kiefer und Fichte. Bisher fehlen jedoch überzeugende Ergebnisse aus großen Studien, die die Wirksamkeit der Pflanzenpräparate im Vergleich mit Placebo belegen. Alle pflanzlichen Präparate wirken nicht gegen die Prostatavergrößerung selbst, sie haben also keinen Einfluss auf die Größe der Prostata.

Wenn die benigne Prostatahyperplasie trotz der Medikamente weiterhin Beschwerden bereitet, kann eine Prostata-OP ratsam sein.


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