Benigne Prostatahyperplasie (BPH, Prostata­vergrößerung): Diagnose

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (08. März 2016)

Bei Verdacht auf eine benigne Prostatahyperplasie (BPH, gutartige Prostatavergrößerung) besteht der erste Schritt zur Diagnose darin, dass der Arzt einen Finger in den Mastdarm (Rektum) einführt, um die Prostata (Vorsteherdrüse) zu ertasten (sog. rektale Untersuchung). Genauere Aussagen über Größe und in gewissem Maße auch über die Struktur der Prostata kann eine Ultraschalluntersuchung bringen. Gleichzeitig kann der Arzt bei der Prostatauntersuchung per Ultraschall die Menge des Restharns nach vorheriger Entleerung der Blase feststellen. Dieser liegt bei einem gesunden Mann bei nicht mehr als 20 bis 30 Millilitern.

Eine vergrößerte Prostata engt die Harnröhre ein und verursacht dadurch typischerweise Probleme beim Wasserlassen (sog. benignes Prostatasyndrom). Bei Verdacht auf eine benigne Prostatahyperplasie ist es daher wichtig, herauszufinden, ob und in welchem Ausmaß der Urinabfluss behindert ist. Eine wichtige und sehr einfache Untersuchungsmethode ist die sogenannte Uroflowmetrie: Hierbei uriniert man in einen über der Toilette angebrachten Trichter, in dem sich eine kleine Messvorrichtung befindet. Mithilfe der dabei gewonnen Messwerte lässt sich unter anderem das maximale Urinvolumen pro Zeiteinheit bestimmen. Dabei gilt ein maximaler Flow von mehr als 15 Millilitern pro Sekunde als akzeptabel. Geringere Werte können Zeichen einer Harnflussbehinderung und somit einer Prostatavergrößerung sein.

Die benigne Prostatahyperplasie kann ähnliche Symptome auslösen wie Prostatakrebs. Wenn sich die Prostata nachweislich vergrößert hat, ist es darum wichtig, Prostatakrebs auszuschließen. Um die gutartige Prostatavergrößerung von einer bösartigen Veränderung abzugrenzen, besteht neben der rektalen Tastuntersuchung die Möglichkeit, den PSA-Wert im Blut zu bestimmen: PSA (= prostataspezifisches Antigen) ist ein nur in der Prostata gebildetes Eiweiß. Liegt der PSA-Wert über einem gewissen Normwert oder steigt er innerhalb eines Jahres um mehr als 20 Prozent an, könnte ein bösartiger Prozess vorliegen.

Allerdings ist PSA als Tumormarker unzuverlässig: So kann das PSA im Blut auch durch eine entzündete Prostata oder sogar durch eine benigne Prostatahyperplasie ansteigen. Daher kann nur eine Prostatabiopsie – also eine Gewebeprobe aus der Prostata – genau abklären, ob eine gutartige Prostatavergrößerung oder ein Prostatakrebs vorliegt: Dazu kann der Arzt per Feinnadel- oder Stanzbiopsie innerhalb von Minuten ohne Betäubung über den Mastdarm (Rektum) Proben aus der Prostata entnehmen und anschließend die Zellen (zytologisch) und das Gewebe (histologisch) untersuchen.


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