Benigne Prostatahyperplasie (BPH, Prostata­vergrößerung): Definition

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (08. März 2016)

Die benigne Prostatahyperplasie (BPH) ist eine gutartige Prostatavergrößerung, die dadurch entsteht, dass sich in der Vorsteherdrüse (Prostata) Zellen übermäßig – aber gutartig – vermehren: Ein Viertel der Prostata besteht aus Drüsengewebe (sog. glandulärer Anteil) und drei Viertel aus Muskelzellen und Bindegewebe (sog. stomaler Anteil). Für eine vergrößerte Prostata können Gewebewucherungen aller drei Gewebearten verantwortlich sein - dies bezeichnen Mediziner als Adenofibromyomatose. Die einzelnen Gewebsanteile können dabei von Fall zu Fall unterschiedlich groß sein.

Der Begriff benigne Prostatahyperplasie ist also im engeren Sinn als feingeweblicher Befund definiert, der an sich völlig harmlos ist. Allerdings kann sich eine zunehmende Prostatavergrößerung auf die Harnwege und später auf die Funktion der Nieren auswirken und entsprechende Symptome verursachen: Dies bezeichnet man als benignes Prostatasyndrom.

Weitere (aber veraltete) Bezeichnungen für die benigne Prostatahyperplasie sind:

  • Prostataadenom (ein Adenom ist eine gutartige Wucherung von Drüsengewebe) und
  • benigne Prostatahypertrophie (wobei diese Bezeichnung unzutreffend ist, weil bei einer Hypertrophie das Volumen der Zellen zunimmt – nicht die Anzahl).

Prostata

Warum die benigne Prostatahyperplasie Auswirkungen auf die Blasen- und Nierenfunktion haben kann, erklärt sich durch die Lage der Prostata: Die Prostata, die Teil des männlichen Urogenitaltrakts ist und zu den Geschlechtsdrüsen zählt, befindet sich unterhalb der Harnblase und umschließt die Harnröhre bis zum Beckenboden. Die Funktion der Prostata besteht darin, beim Samenerguss ein Sekret abzusondern, das den Spermien zu mehr Beweglichkeit verhilft. Zusammen mit dem Sekret aus den Samenbläschen trägt das Prostatasekret bis zu 90 Prozent zum Gesamtvolumen des Ejakulats bei.

Bedingt durch das männliche Geschlechtshormon Testosteron wächst die Prostata während der Pubertät auf ihre normale Größe an. In Form und Größe ähneln sie dann einer Kastanie, ihr Normalgewicht liegt bei etwa 15 bis 20 Gramm, ihr Volumen bei 20 bis 30 Kubikzentimetern. Wenn das Drüsengewebe in der um die Harnröhre liegenden Zone der Prostata gutartig wuchert und sich die Prostata somit weiter vergrößert, liegt eine benigne Prostatahyperplasie vor. Dabei übt das wuchernde Gewebe zunehmend Druck auf die Harnröhre aus, was deren Verengung und somit Probleme beim Wasserlassen verursacht. Dieses Symptombild, das für die Prostatavergrößerung kennzeichnend ist, bezeichnet man als benignes Prostatasyndrom.

Häufigkeit

Die benigne Prostatahyperplasie ist weit verbreitet. Dabei gilt: Je älter ein Mann ist, desto wahrscheinlicher hat er eine Prostatavergrößerung. In den westlichen Industriestaaten ist bei etwa 65 Prozent der 65-jährigen und bei 80 bis 90 Prozent der 80-jährigen Männer die Prostata vergrößert. Bei Männern ist eine gutartig vergrößerte Prostata die häufigste Ursache für Harnverhalt (d.h. für die Unfähigkeit, die Blase zu entleeren).


Wie steht es um Ihre Gesundheit?



Apotheken-Notdienst