Prostataentzündung (Prostatitis): Therapie

Veröffentlicht von: Till von Bracht (31. August 2016)

Wie die Prostataentzündung (Prostatitis) behandelt wird, hängt in erster Linie davon ab, ob die Erkrankung akut oder chronisch ist und welche Ursachen dahinterstecken. Der Ursprung der Entzündung kann entweder bakteriell oder abakteriell sein.

Behandlung der bakteriellen Prostataentzündung

Bei der akuten bakteriellen Prostataentzündung lindert die Einnahme von Antibiotika die Beschwerden in der Regel schnell. Allgemeine Therapie-Maßnahmen wie

  • Bettruhe,
  • vermehrte Flüssigkeitszufuhr,
  • Alkoholverzicht und
  • sexuelle Abstinenz in der ersten Woche

können den Heilungsprozess zudem positiv beeinflussen.

Eine Prostatamassage sollte bei einer akuten bakteriellen Prostataentzündung unterbleiben, da sonst die Gefahr besteht, die Bakterien in andere Gewebe zu streuen.

Die chronische bakterielle Prostataentzündung macht eine über einen längeren Zeitraum andauernde Antibiotika-Therapie (ein bis drei Monate) notwendig. Die mit Bakterien befallenen Prostataregionen und Prostataverkalkungen sind mit Antibiotika schwer erreichbar – das erschwert die Therapie. Kehren die Entzündungen immer wieder, ist eine Ausschälung der Prostata mittels einer Operation unumgänglich. Hierbei entfernt der Operateur das gesamte entzündlich veränderte Gewebe.

Die bei weitem häufigste aller Prostatitisformen mit ungefähr 90 Prozent, ist die abakterielle Prostataentzündung (abakterielle Prostatitis). Eine Standard-Therapie gibt es hier aufgrund der immer noch nicht ausreichend bekannten Ursachen nicht, sodass es hier verschiedene Maßnahmen gibt. Insgesamt ist die Wirksamkeit dieser Maßnahmen aber als eher gering einzuschätzen.

Behandlung der abakteriellen Prostataentzündung

Bei einer Prostataentzündung ohne Beteiligung von Bakterien, eine sogenannte entzündliche abakterielle Prostatitis, kann der Urologe zunächst eine Therapie mit Antibiotika versuchen – auch wenn kein Erreger nachgewiesen werden konnte. Bei der nicht-entzündlichen Form wird die Einnahme von Antibiotika allerdings nicht empfohlen.

Auch pflanzliche Medikamente wie zum Beispiel Roggenpollenextrakt und Kürbiskerne können bei der entzündlichen abakteriellen Prostatitis zum Einsatz kommen – sie tragen bei einigen Patienten zur Linderung der Beschwerden bei. Bestimmte Medikamente können den Urinfluss der Patienten verbessern. Es handelt sich dabei um sogenannte Alphablocker. Alphablocker tragen insbesondere dazu bei, den häufigen Harndrang besser beherrschen zu können.

Eine weitere Möglichkeit, um die abakterielle Prostataentzündung zu behandeln, ist eine sogenannte Thermotherapie. Diese stellt auch eine Alternativmethode zur Behandlung der gutartigen Prostatavergrößerung dar. Der Betroffene nimmt hierbei Allopurinol ein – dieser Wirkstoff soll die Harnstoffabbauprodukte im Urin und damit die Prostatabeschwerden vermindern. Auch entzündungshemmende Medikamente (Antiphlogistika) kommen bei der Prostataentzündung als Therapie zum Einsatz.

Auch beim nicht-entzündlichen chronischen Schmerzsyndrom des Beckens gibt es keine einheitlichen Therapieempfehlungen. Unter Umständen können psychotherapeutische Gespräche sowie physikalische Maßnahmen zur Linderung der Symptome beitragen – wie etwa


Wie steht es um Ihre Gesundheit?



Apotheken-Notdienst