Prostataentzündung (Prostatitis): Diagnose

Veröffentlicht von: Till von Bracht (31. August 2016)

Bei einer akuten bakteriellen Prostataentzündung kann der Arzt die Diagnose leicht anhand des typischen Beschwerdebilds sowie des Tast- und Bakterienbefunds stellen.

Der Urologe ertastet bei der Untersuchung mit dem Finger durch den Enddarm die Prostata. Liegt eine Prostataentzündung vor, kann die Prostata unter dem Druck schmerzen. Bei einer Prostataentzündung ist für die Diagnose zudem auch eine Urinuntersuchung sinnvoll. Im Rahmen einer Prostatitis ist der Urin entzündlich verändert, er enthält weiße Blutkörperchen (Leukozyten) und Bakterien.

Mittels einer Ultraschalluntersuchung (Sonographie) mit einer speziellen Enddarmsonde klärt der untersuchende Arzt ab, ob sich Eiter in der Prostata (Prostataabszess) angesammelt hat.

Bei der chronischen Prostataentzündung ist die Diagnose mitunter schwieriger, denn der Tastbefund ist nur bei wiederkehrender Infektion beziehungsweise einem akuten Schub der Entzündung auffällig. Verursachen Prostatasteine die Entzündung, zeigen sich Kalkansammlungen im Ultraschallbild. Die Prostataflüssigkeit, welche man durch Ausmassieren der Prostata durch den Enddarm gewinnen kann, und das Sperma können Hinweise auf Bakterien als Krankheitserreger liefern. Gleichzeitig finden sich Entzündungszellen (Leukozyten) in Prostataflüssigkeit oder Sperma.

Fehlt der Nachweis von Erregern und Entzündungszeichen in Sperma und Prostatasekret, bedarf es einer sorgfältigen organischen Abklärung, bevor der Arzt ein chronisches Schmerzsyndrom des Beckens diagnostizieren kann. Es können auch Erkrankungen aus angrenzenden Körperregionen für die Prostatabeschwerden verantwortlich sein, zum Beispiel:

  • Hämorrhoiden
  • Probleme im Enddarmbereich
  • Analfissuren
  • Nervenstörungen an den Muskeln im Blasen- und Beckenbodenbereich
  • Blasenhalsverhärtungen
  • Tumoren der Harnblase oder der Prostata

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