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Harndrang

Stand: 26. April 2012Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Harndrang: Definition

Harndrang bezeichnet einen Blasenreiz, der bei zunehmender Blasenfüllung entsteht und mit dem Bedürfnis verbunden ist, Urin auszuscheiden. Dies ist eine normale Funktion der Blase. Ein ständiger, besonders starker oder unbeherrschbarer Harndrang kann aber Anzeichen für eine Störung sein.

Der menschliche Körper produziert täglich 1 bis 1,5 Liter Urin, mit dem er Abbauprodukte ausscheidet. Die tatsächliche Menge hängt unter anderem von der Flüssigkeitszufuhr ab. Der Urin bildet sich in den Nieren und sammelt sich konzentriert in der Harnblase an, wobei die Blasenwand zunehmend unter Spannung steht. Ist die Blase voll (d.h. ist die Kapazitätsgrenze der Blase von 300-500 ml erreicht), entsteht ein Harndrang: In der Blasenwand finden sich reizaufnehmende Zellen (sog. Rezeptoren), die die Wandspannung registrieren und an die für die Blasenkontrolle zuständigen Bereiche im zentralen Nervensystem (ZNS = Gehirn und Rückenmark) melden.

Der Mensch kann dem Harndrang nachgeben und auf die Toilette gehen oder ihn unterdrücken – er kann die Funktion der Blase also bewusst steuern (d.h. ihre Kontrolle geschieht willkürlich). Für den Verschluss der Blase (sog. Kontinenz) sorgen zum einen Muskelgeflechte um den Blasenausgang und die hintere Harnröhre und zum anderen die Beckenbodenmuskulatur. Wenn diese Muskeln willentlich erschlaffen und gleichzeitig der Blaseninnendruck durch harnaustreibende Muskeln steigt, beginnt die Blasenentleerung (sog. Miktion).

Bei gesteigerter Trinkmenge ist ein häufiger Harndrang mit Blasenentleerung normal. Steigt die tägliche Urinmenge aber auf über 2 bis 3 Liter pro Tag, bewegt sich dieser Wert nicht mehr im Normalbereich. Häufig tritt diese sogenannte Polyurie in Kombination mit einem verstärkten Durstgefühl auf. Besteht lediglich ein vermehrter Harndrang ohne eine erhöhte Urinausscheidung, sprechen Mediziner von einer Pollakisurie. Wenn ein verstärkter Harndrang nur nachts auftritt und man in einer Nacht mehr als zweimal die Blase entleeren muss, liegt eine Nykturie vor. Ein nicht beherrschbarer (imperativer) Harndrang kann bis zur Blaseninkontinenz führen.

Weiterlesen: Harndrang: Ursachen

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