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Stand: 28. Juli 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Prostatakrebs (Prostatakarzinom) können Sie nicht sicher vorbeugen. Es gibt aber ein paar Verhaltensmaßnahmen, die Prostatakrebs und auch einem Wiederauftreten nach einer überstandenen Erkrankung wahrscheinlich vorbeugen. Regelmäßige körperliche Bewegung, ein normales Körpergewicht und eine gesunde Ernährung (viel Obst und Gemüse, wenig tierisches Fett) zeigen einen möglicherweise positiven Effekt und spielen daher eine wichtige Rolle, wenn Sie Prostatakrebs vorbeugen möchten.
Auch Früherkennungs-Untersuchungen können einem Prostatakarzinom im eigentlichen Sinne nicht vorbeugen, aber sie können eine bereits entstandene Erkrankung bereits früh aufdecken. Das ist wichtig, weil die Heilungsaussichten bei Prostatakarzinomen sehr gut sind, wenn sie früh erkannt und behandelt werden. Mit Untersuchungen zur Früherkennung von Prostatakrebs kann der Arzt die Erkrankung bereits feststellen, bevor die ersten Symptome auftreten.
Der PSA-Bluttest kann dem Arzt bereits einen Hinweis auf ein Prostatakarzinom im Frühstadium geben. In den USA wird ein solches PSA-Screening seit Ende der 1980er Jahre eingesetzt. Dort hat Mitte der 1990er Jahre die Sterblichkeit am Prostatakarzinom kontinuierlich bis heute um etwa ein Drittel abgenommen. In Deutschland wird ein solches PSA-Screening nicht durchgeführt, weil der Nutzen (Senkung der Sterblichkeit bei Prostatakrebs) wissenschaftlich bisher nicht belegt ist. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten des PSA-Tests als Vorsorgemaßnahme daher nicht. Allerdings ist die Untersuchung der äußeren Geschlechtsorgane des Mannes sowie der Prostata einschließlich einer rektalen Tastuntersuchung Bestandteil der gesetzlichen Früherkennung für Männer ab einem Alter von 45 Jahren.
Es gibt eine anhaltende Diskussion über den Nutzen der PSA-Bestimmung als Screening-Methode auf Prostatakrebs. Große Studien erbrachten in einer Zwischenauswertung keine endgültige Antwort. Kritiker merken an, dass mit dem PSA-Test sogenannte stumme Prostatakarzinome entdeckt werden könnten. Dies könnte in der Folge für die Betroffenen psychische und mitunter auch körperliche negative Auswirkungen haben. Dann nämlich, wenn weitere Untersuchungen oder eine Therapie eingeleitet würden, die eigentlich nicht notwendig wären (sogenannte "Überdiagnose" und "Übertherapie"). Der stumme (latente) Prostatakrebs ist eine Form des Prostatakarzinoms, bei dem keinerlei Beschwerden auftreten und somit in der Regel auch keine Therapie erforderlich ist.
Befürworter des PSA-Tests halten dem entgegen, dass es unter Berücksichtigung der Untersuchungsbefunde und der Situation des Betroffenen möglich ist, individuell sehr genau zu entscheiden, welches Vorgehen für den Prostatakarzinom-Patienten das Beste ist. Somit ließen sich Fehluntersuchungen und -behandlungen zumeist vermeiden. Der große Vorteil der PSA-Bestimmung läge dann darin, diejenigen Männer zu entdecken, bei denen ein aggressives Prostatakarzinom vorliegt und die von der Entdeckung und der Möglichkeit einer Therapie sehr profitieren würden.
Letztlich sollte jeder Mann mit seinem Arzt besprechen, ob er den PSA-Test als Individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) machen möchte und welche möglichen Auswirkungen ein auffälliges Ergebnis haben könnte.
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