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Stand: 28. Juli 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Einen bösartigen Tumor der Prostata (Vorsteherdrüse) bezeichnet man als Prostatakrebs (Prostatakarzinom). Er ist in Deutschland der häufigste Krebs beim Mann. Ungefähr 25 Prozent aller bei Männern jährlich neu auftretenden Krebserkrankungen betreffen die Prostata, pro Jahr kommt es zu rund 63.440 Neuerkrankungen. Das mittlere Erkrankungsalter liegt bei 70 Jahren. Vor dem 50. Lebensjahr tritt das Prostatakarzinom kaum auf.
Die Vorsteherdrüse, lateinisch Prostata, ist Teil der männlichen Fortpflanzungsorgane und zählt zu den inneren Geschlechtsorganen. Eine kurze anatomische Beschreibung hilft, sich die Lagebeziehungen der Prostata zu Darm und Harnblase vorstellen zu können. Entsprechend leichter versteht man, wie eine Veränderung der Größe und Form der Prostata zu bestimmten Symptomen führt und welchen Einfluss dies auf Diagnose und Therapie des Prostatakrebses hat.
Die Prostata ist etwa so groß wie eine Kastanie und liegt unterhalb der Harnblase. Sie umschließt dort den Anfangsteil der Harnröhre, die den Urin von der Blase durch den Penis bis zur Öffnung an der Eichelspitze transportiert. Hierdurch ergibt sich auch der Zusammenhang zu etwaigen Beschwerden beim Wasserlassen. Die Lage der Prostata vor dem Mastdarm (Rektum, ein Teil des Enddarms) ermöglicht dem Untersucher, mit dem durch den After eingeführten Finger durch die Darmwand hindurch die Prostata abzutasten. Dies ist für die Früherkennung von Prostatakrebs von größter Bedeutung.
In ihrem Drüsengewebe produziert die Prostata ein spezielles Sekret, das einen wichtigen Bestandteil der Samenflüssigkeit ausmacht und die Beweglichkeit der Spermien stimuliert. Prostatakrebs bildet sich in den meisten Fällen in diesem Drüsengewebe. Auch Muskelgewebe, das für das Ausstoßen des Sekrets sorgt, und Bindegewebe durchziehen die Prostata.
Beim Prostatakrebs findet sich eine interessante Besonderheit: Untersuchungen an verstorbenen Männern haben ergeben, dass etwas 30 Prozent der Männer über 50 Jahren ein sogenanntes stummes Prostatakarzinom in sich tragen, bei dem zu Lebzeiten keinerlei Beschwerden auftreten. Bei dieser Art von Prostatakrebs bedarf es in der Regel auch keiner Behandlung.
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