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Polyneuropathie: Ursachen

Veröffentlicht von: Dr. rer. nat. Geraldine Nagel (28. August 2015)

Eine Polyneuropathie kann viele Ursachen haben. Man kennt über 200 verschiedene Auslöser. Bei etwa jedem fünften Betroffenen bleibt die Ursache jedoch unbekannt. Grob kann man zwischen erworbenen und angeborenen Formen der Polyneuropathie unterscheiden. Erworbene Polyneuropathien treten dabei wesentlich häufiger auf als angeborene.

Erworbene Polyneuropathie

Eine Polyneuropathie kann als Folge bestimmter Erkrankungen auftreten – dann spricht man von einer erworbenen Polyneuropathie. Zu den Ursachen der erworbenen Formen zählen zum Beispiel:

  • Diabetes mellitus (diabetische Polyneuropathie)
  • Gifte (toxische Polyneuropathie)
  • Nierenschäden (urämische bzw. nephrogene Polyneuropathie)
  • Infektionen (infektiös bedingte Polyneuropathie)

Diabetes mellitus (diabetische Polyneuropathie): Bei der diabetischen Polyneuropathie liegen wahrscheinlich krankhafte Veränderungen der kleinsten Gefäße vor (sog. Mikroangiopathie), welche die peripheren Nerven versorgen. In der Folge werden diese Nerven geschädigt. Darüber hinaus ist der sogenannte Sorbitstoffwechsel gestört. Die diabetische Polyneuropathie tritt vor allem in den Beinen und Füßen auf. Diabetes mellitus zählt zu den häufigsten Ursachen einer Polyneuropathie.

Gifte (toxische Polyneuropathie): Bestimmte Gifte wie Alkohol können die Nerven schädigen. So kann eine Polyneuropathie durch Alkoholismus entstehen, aber auch durch Medikamente wie z.B. bei einer Chemotherapie. Vergiftungen mit Blei, Arsen oder mit dem in Rattengift enthaltendem Thallium können ebenfalls zu einer Polyneuropathie führen.

Nierenschäden (urämische bzw. nephrogene Polyneuropathie): Personen mit lang bestehender Niereninsuffizienz, insbesondere Dialysepatienten, leiden häufig unter Polyneuropathie. Die Nervenschädigung entsteht in diesem Fall durch Stoffe, die sich ablagern, normalerweise aber über die Nieren mit dem Harn ausgeschieden werden.

Infektionen (infektiös bedingte Polyneuropathie): Eher selten entsteht eine Polyneuropathie als Folge von Infektionskrankheiten wie:

In den meisten Fällen entsteht eine Polyneuropathie im Rahmen von Diabetes mellitus (sog. diabetischer Fuß) oder als Folge von Alkoholismus.

Eher selten können Tumorerkrankungen oder Mangel an Nährstoffen die Ursache für eine Polyneuropathie sein. Zu den Mangelerscheinungen, die Beschwerden einer Polyneuropathie hervorrufen können, zählen vor allem:

Angeborene Polyneuropathie

Eine angeborene Polyneuropathie kommt relativ selten vor. Dazu gehören Formen wie zum Beispiel:

  • familiäre Amyloidneuropathie: Bestimmte veränderte Eiweiße (Amyloide) lagern sich in verschiedenen Geweben ab. Neben Niere, Lunge und Herz können auch Nerven betroffen sein.
  • hereditäre motorisch-sensible Neuropathie (HMSN): Bei dieser Form der Polyneuropathie ist die Geschwindigkeit, mit der die Nerven Signale weiterleiten (Nervenleitgeschwindigkeit), vermindert.
  • chromatische Leukodystrophie: Ein vererbbarer Enzymdefekt stört den Fettstoffwechsel. In der Folge werden Teile des Nervensystems geschädigt.
  • akute intermittierende Porphyrie: Bei dieser Erkrankung kann eine gleichzeitig Polyneuropathie auftreten.


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