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Polyneuropathie: Was sind die Ursachen?

Veröffentlicht von: Dr. rer. nat. Geraldine Nagel (14. November 2016)

Eine Polyneuropathie kann viele Ursachen haben. Man kennt über 200 verschiedene Auslöser. Bei etwa jedem fünften Betroffenen bleibt die Ursache jedoch unbekannt. Grob kann man zwischen erworbenen und angeborenen Formen der Polyneuropathie unterscheiden. Erworbene Polyneuropathien treten dabei wesentlich häufiger auf als angeborene.

Erworbene Polyneuropathie

Eine Polyneuropathie kann als Folge bestimmter Erkrankungen auftreten – dann spricht man von einer erworbenen Polyneuropathie. Zu den Ursachen der erworbenen Formen zählen zum Beispiel:

  • Diabetes mellitus (diabetische Polyneuropathie)
  • (Nerven-)Gifte (toxische Polyneuropathie)
  • Nierenschäden (urämische bzw. nephrogene Polyneuropathie)
  • Infektionen (infektiös bedingte Polyneuropathie)
  • Tumorerkrankungen
  • Nährstoffmangel

Diabetes mellitus (diabetische Polyneuropathie): Bei der diabetischen Polyneuropathie liegen wahrscheinlich krankhafte Veränderungen der kleinsten Gefäße vor (sog. Mikroangiopathie), welche die peripheren Nerven versorgen. In der Folge werden diese Nerven geschädigt. Die diabetische Polyneuropathie tritt vor allem in den Beinen und Füßen auf. Diabetes mellitus zählt zu den häufigsten Ursachen einer Polyneuropathie.

(Nerven-)Gifte (toxische Polyneuropathie): Alkohol kann die Nerven schädigen – bei langjährigem hohem Alkoholkonsum (wie er im Falle von Alkoholismus vorkommt) kann daher eine Polyneuropathie entstehen. Ebenso können bestimmte Medikamente unter Umständen eine Nervenschädigung bewirken. Das kann zum Beispiel bei manchen Wirkstoffen der Fall sein, die im Rahmen einer Chemotherapie zu Krebsbehandlung eingenommen werden. Auch Vergiftungen mit Blei, Arsen oder mit dem in Rattengift enthaltendem Thallium rufen unter Umständen eine Polyneuropathie hervor.

In den meisten Fällen entsteht eine Polyneuropathie im Rahmen eines Diabetes mellitus (sog. diabetischer Fuß) oder als Folge von Alkoholismus.

Nierenschäden (urämische bzw. nephrogene Polyneuropathie): Personen mit lang bestehender Niereninsuffizienz, insbesondere Dialysepatienten, leiden häufig unter Polyneuropathie. Die Nervenschädigung entsteht in diesem Fall durch Stoffe, die normalerweise über die Nieren mit dem Harn ausgeschieden werden, sich bei den Betroffenen aber ablagern.

Infektionen (infektiös bedingte Polyneuropathie): Eher selten entsteht eine Polyneuropathie als Folge von Infektionskrankheiten wie:

Tumorerkrankungen: In seltenen Fällen können Tumorerkrankungen zu einer Polyneuropathie führen. Die Beschwerden entstehen hierbei nicht unbedingt durch den Tumor selbst. Vielmehr lösen sie manchmal Störungen im Stoffwechsel aus, die zu Nervenschäden führen. Manche Tumore sondern auch nervenschädigende Stoffe ab.


Nährstoffmangel: Auch ein Mangel an Nährstoffen kann Ursache einer Polyneuropathie sein und Missempfindungen wie Kribbeln oder Taubheitsgefühle hervorrufen. Hierzu zählen vor allem:

Angeborene Polyneuropathie

Eine angeborene Polyneuropathie kommt relativ selten vor. Dazu gehören Formen wie zum Beispiel:

  • familiäre Amyloidneuropathie: Bestimmte veränderte Eiweiße (Amyloide) lagern sich in verschiedenen Geweben ab. Neben Niere, Lunge und Herz können auch Nerven betroffen sein.
  • hereditäre motorisch-sensible Neuropathie (HMSN): Bei dieser Form der Polyneuropathie ist die Geschwindigkeit, mit der die Nerven Signale weiterleiten (Nervenleitgeschwindigkeit), vermindert.
  • chromatische Leukodystrophie: Ein vererbbarer Enzymdefekt stört den Fettstoffwechsel. In der Folge werden Teile des Nervensystems geschädigt.
  • akute intermittierende Porphyrie: Bei dieser Erkrankung kann begleitend eine Polyneuropathie auftreten.

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