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Polyneuropathie

Polyneuropathie: Therapie

Stand: 10. November 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Da eine Polyneuropathie aus vielen verschiedenen Gründen entstehen kann, richtet sich die Therapie vor allem nach der Ursache. Ist die Polyneuropathie als Folge einer anderen Erkrankung entstanden (z.B. Diabetes mellitus), kann der Arzt die Ursache behandeln.

Für die angeborenen Formen der Polyneuropathie gibt es keine ursächliche Therapie. Bei einer bestimmten erblichen Erkrankung, der akuten intermittierenden Porphyrie, können bestimmte Medikamente und Wirkstoffe helfen.

Erworbene Polyneuropathien

Erworbene Polyneuropathien werden je nach ihrer Ursache therapiert:

  • Diabetes mellitus: Wenn die Nervenschädigung als Folge von Diabetes entstanden ist, ist eine optimale Blutzuckereinstellung entscheidend. Sie verhindert ein rasches Fortschreiten der Erkrankung. Indem er sich viel bewegt und eine Ernährungsberatung in Anspruch nimmt, kann der Diabetiker zu guten Blutzuckerwerten beitragen. In speziellen Diabetiker-Schulungen können Betroffene lernen, ihre Werte langfristig zu stabilisieren. Darüber hinaus können bestimmte Medikamente die Beschwerden lindern, so zum Beispiel alpha-Liponsäure, ein körpereigener Stoff. Er ist am Zuckerstoffwechsel beteiligt und kommt bei Diabetikern in geringerer Dosis vor. Die anfangs hochdosierte Infusion kann Schmerzen und Sensibilitätsstörungen rasch lindern. Zudem ist erwiesen, dass die sogenannte Hochtontherapie bei der diabetischen Polyneuropathie erfolgreich ist. Dabei werden über Elektroden an Füßen und Oberkörper sehr hohe Tonfrequenzen durch den gesamten Körper geleitet. Nicht zuletzt ist auch eine gründliche und sorgfältige Fußpflege wichtig, damit sich kleinste Verletzungen nicht entzünden können.
  • Gifte wie Alkohol, Blei oder Arsen: Ist die Polyneuropathie durch Alkoholismus entstanden, ist ein völliger Verzicht auf Alkohol die vordringlichste Maßnahme. Personen, die schon lange abhängig sind, vernachlässigen oft ihre Ernährung. So entsteht ein Vitaminmangel, der die Nerven zusätzlich schädigen kann. Vitamin B1 kann die Regeneration der geschädigten Nerven fördern und die Schmerzen mindern. Bei Blei- und Arsenvergiftungen können Bindemittel wie Penicillamin helfen, die Beschwerden zu lindern. Gefahrenstoffe im beruflichen und privaten Umfeld, die für die Polyneuropathie verantwortlich sein könnten, muss der Betroffene meiden.
  • Infektionen: Ist die Polyneuropathie durch eine Infektion wie zum Beispiel Masern oder Diphtherie entstanden, kann diese meist erfolgreich mit Antibiotika behandelt werden.

Weiterlesen: Polyneuropathie: Therapie – Unterstützende Maßnahmen

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