Polymyalgia rheumatica: Therapie

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (25. November 2013)

Bei einer Polymyalgia rheumatica (PMR, kurz: Polymyalgie) kommen zur Therapie Kortisonpräparate zum Einsatz, die Ihre Beschwerden schnell lindern: Schon ein paar Stunden – spätestens ein paar Tage – nach Beginn der Behandlung bessern sich die Polymyalgie-Symptome durch Kortison deutlich.

Aber Achtung: Auch wenn Sie dank des Kortisons nach kurzer Zeit keine Beschwerden mehr haben, dürfen Sie die Polymyalgia-rheumatica-Therapie auf keinen Fall plötzlich beenden! Denn: Wenn Sie das Medikament plötzlich absetzen, können Gefäßverschlüsse entstehen und zu einem Schlaganfall führen.

Zu Beginn der Polymyalgia-rheumatica-Therapie erhalten Sie das Kortison in höherer Dosierung; der Arzt setzt die Dosis im weiteren Verlauf der Behandlung jedoch langsam (über Wochen bzw. Monate) wieder herab.

Wie lange die Kortisonbehandlung bei der Polymyalgia rheumatica dauert und wie hoch dosiert das Medikament ist, ist von Fall zu Fall unterschiedlich: Die genaue Polymyalgie-Therapie hängt von Ihren Beschwerden sowie von den Entzündungszeichen im Blut ab. Wenn Sie eine einfache Polymyalgia rheumatica haben, reicht zur Therapie weniger Kortison als wenn zusätzlich Ihre Schläfenarterie entzündet ist. Bei dieser sogenannten Arteriitis temporalis, die häufig mit der Polymyalgia rheumatica einhergeht, ist vor allem zu Beginn der Behandlung mehr Kortison nötig, denn: Wenn dabei auch die Blutgefäße entzündet sind, welche die Augen versorgen, könnten Sie bei zu niedriger Dosierung im schlimmsten Fall erblinden.

Vor allem bei längerer Anwendung kann Kortison jedoch Nebenwirkungen haben – wie Gewichtzunahme oder Osteoporose. Letzterem können Sie entgegenwirken, indem Sie während der Behandlung der Polymyalgia rheumatica Ihre Ernährung durch Calcium- und Vitamin-D-Präparate ergänzen. Dies ist besonders dann wichtig, wenn Sie die Zufuhr von Kalzium und Vitamin D aufgrund Ihrer Ernährungsweise schlecht erhöhen können (z.B. weil sie keine Milchprodukte vertragen oder sich streng vegetarisch ernähren).

Neben Kortison können gegen die Polymyalgia rheumatica Medikamente zum Einsatz kommen, welche die Immunreaktionen des Körpers vermindern (sog. Immunsuppressiva wie Methotrexat oder Chloroquin): Dies erlaubt es, die Kortisonmenge bei der Polymyalgia-rheumatica-Therapie möglichst niedrig zu halten.


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