Polymyalgia rheumatica: Diagnose

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (25. November 2013)

Bei einer Polymyalgia rheumatica (PMR, kurz: Polymyalgie) stellt der Arzt die Diagnose anhand der Krankengeschichte (sog. Anamnese) und mithilfe verschiedener Untersuchungen.

Zum einen tragen Laboruntersuchungen zur Polymyalgia-rheumatica-Diagnose bei: Bei einer Polymyalgie finden sich bei der Blutuntersuchung fast immer die typischen Anzeichen einer schweren Entzündung. Vor allem die Blutsenkungsgeschwindigkeit ist bei der entzündlich-rheumatischen Erkrankung stark erhöht.

Zum anderen können feingewebliche (bzw. histologische) Untersuchungen bei der Polymyalgia-rheumatica-Diagnostik eine wichtige Rolle spielen: Besteht der Verdacht, dass auch Gefäße entzündet sind (sog. Vaskulitis), kann der Arzt eine Gewebeprobe der Schläfenarterie entnehmen und unter dem Mikroskop untersuchen (sog. Biopsie). In etwa 30 Prozent der Fälle zeigt sich dabei das typische Bild einer sogenannten Riesenzellarteriitis mit charakteristischen mehrkernigen Riesenzellen, die in der entzündeten Gefäßwand unregelmäßig verteilt sind. Dieser Nachweis unterstützt die Polymyalgia-rheumatica-Diagnose.

Als sehr wahrscheinlich gilt die Polymyalgia-rheumatica-Diagnose, wenn mindestens drei der sieben folgenden Kriterien erfüllt sind:

  • beidseitige Schulterschmerzen und/oder Steifigkeit beziehungsweise Schmerzen in Nacken, Oberarmen, Gesäß oder Oberschenkel
  • plötzlich und heftig einsetzender Krankheitsbeginn innerhalb von zwei Wochen
  • auf mehr als 40 Millimeter pro Stunde erhöhte Blutsenkungsgeschwindigkeit
  • morgendliche Muskelsteifigkeit, die länger als eine Stunde andauert
  • Alter der Betroffenen beträgt über 65 Jahre
  • Depressionen und/oder Gewichtsverlust
  • an beiden Oberarmen durch Druck auslösbare Schmerzen

Wenn Menschen mit Polymyalgia rheumatica Kortisonpräparate bekommen, bessern sich ihre Beschwerden typischerweise sofort. Daher gilt dieses sofortige Ansprechen auf Kortison bei der Polymyalgia rheumatica als entscheidendes diagnostisches Zeichen. Bleibt es aus, sind anstelle der Polymyalgia rheumatica bei der Diagnose andere Erkrankungen (z.B. eine versteckte Infektion oder ein Tumor) in Betracht zu ziehen, die ähnliche Symptome verursachen können.


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