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Stand: 30. April 2012Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Polio (Poliomyelitis, Kinderlähmung) ist eine hochansteckende Infektionskrankheit, die in der Vergangenheit immer wieder zu Massenerkrankungen (Epidemien) mit Todesfällen geführt hat. Durch die weltweiten Impfungen kommt es in den letzten Jahrzehnten jedoch immer seltener zu Polio-Infektionen.
Die Kinderlähmung entsteht durch bestimmte Erreger (sog. Polioviren), deren Übertragung meist fäkal-oral geschieht – das bedeutet: Infizierte scheiden den Polio-Erreger mit dem Stuhl aus, der Erreger gelangt dann (z.B. wegen mangelnder Hygiene) ins Wasser oder an Nahrungsmittel und kann so – über den Mund aufgenommen – weitere Menschen anstecken. Meistens (zu mehr als 95%) verläuft diese Polio-Infektion unbemerkt beziehungsweise ohne Symptome.
In selteneren Fällen zeigt sich die Poliomyelitis durch deutliche Symptome. Dies sind zunächst wenig kennzeichnende Beschwerden, die meist nach etwa 14 Tagen abklingen (gemilderte bzw. abortive Polio). Wenn die Polioviren jedoch das zentrale Nervensystem (ZNS: Gehirn und Rückenmark) infizieren, geht die Poliomyelitis in die zweite Krankheitsphase (aseptische Meningitis oder nicht-paralytische Polio) über. Erste Symptome hierfür sind:
In Einzelfällen (bei bis zu 1%) entsteht im Verlauf dieser zweiten Polio-Phase die "klassische" Kinderlähmung, deren Symptome meist asymmetrische, bleibende Lähmungen sind (paralytische Poliomyelitis). Die Lähmungserscheinungen betreffen vor allem die Beine; sind die Atemmuskeln betroffen, kommt es zur Atemlähmung und zum Tod.
Meist hinterlässt eine solche Kinderlähmung bleibende Schäden; eine wirksame Behandlung, um die Polio-Erreger direkt zu bekämpfen, steht nicht zur Verfügung. Die Therapie beschränkt sich darauf, die Symptome der Kinderlähmung zu lindern (z.B. durch Bettruhe, Krankengymnastik). Die einzige Möglichkeit, die Kinderlähmung und ihre möglichen Spätfolgen (sog. Post-Polio-Syndrom) zu verhindern, bietet die Schutzimpfung gegen Poliomyelitis.
Allerdings nimmt die Durchimpfung in der Gesellschaft heutzutage wieder ab. Damit aus den Impflücken kein Risiko für eine neue Polio-Endemie in Europa entsteht, ist es also wichtig, dass Kinder ebenso wie Erwachsene stets über einen ausreichenden Impfschutz gegen Poliomyelitis verfügen.
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