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Polio (Poliomyelitis, Kinderlähmung)

Veröffentlicht von: Till Hansmeier (10. Februar 2014)

Polio (Poliomyelitis, Kinderlähmung) ist eine hochansteckende Infektionskrankheit, die in der Vergangenheit immer wieder zu Massenerkrankungen (Epidemien) mit Todesfällen geführt hat. In den letzten Jahrzehnten ist die Kinderlähmung dank der verfügbaren Impfung jedoch weltweit immer seltener geworden – viele Regionen sind sogar ganz poliofrei.

Trotzdem ist die Polio-Impfung auch in poliofreien Gebieten nach wie vor wichtig, denn: Solange nicht jeder Mensch ausreichend gegen Poliomyelitis geimpft ist, kann die Kinderlähmung durch eingeschleppte Erreger (sog. Polioviren jederzeit erneut ausbrechen. Nur wenn keine Impflücken mehr bestehen, kann es gelingen, die Polio ganz auszurotten.

Die Übertragung der Poliomyelitis geschieht meist fäkal-oral – das bedeutet: Infizierte scheiden den Polio-Erreger mit dem Stuhl aus, der Erreger gelangt dann (z.B. wegen mangelnder Hygiene) ins Wasser oder an Nahrungsmittel und kann so – über den Mund aufgenommen – weitere Menschen anstecken. Aber längst nicht jede Ansteckung führt auch zur Kinderlähmung: Meistens (zu mehr als 95%) verläuft die Polio-Infektion unbemerkt.

In den restlichen Fällen entwickeln sich jedoch deutliche Polio-Symptome – dann hängt der Verlauf der Poliomyelitis vor allem davon ab, ob die Polioviren das zentrale Nervensystem (ZNS: Gehirn und Rückenmark) infizieren: Anfangs (solange das ZNS nicht infiziert ist) treten wenig kennzeichnende Beschwerden auf, die meist nach etwa 14 Tagen abklingen – diese Phase heißt gemilderte oder abortive Polio. Wenn die Viren das ZNS infizieren, entsteht zunächst eine sogenannte aseptische Meningitis oder nicht-paralytische Polio – typische Symptome hierfür sind:

In Einzelfällen (bei bis zu 1%) bildet sich im Verlauf dieser Polio-Phase die "klassische" Kinderlähmung aus, deren Symptome meist asymmetrische, bleibende Lähmungen sind: Entsprechend heißt diese Verlaufsform paralytische Poliomyelitis. Die Lähmungserscheinungen betreffen vor allem die Beine; sind die Atemmuskeln betroffen, kommt es zur Atemlähmung und zum Tod.

Meist hinterlässt eine solche Kinderlähmung bleibende Schäden – eine wirksame Behandlung, um die Polio-Erreger direkt zu bekämpfen, steht nicht zur Verfügung. Die Therapie beschränkt sich darauf, die Symptome der Kinderlähmung zu lindern (z.B. durch Bettruhe, Krankengymnastik). Die einzige Möglichkeit, die Kinderlähmung und ihre möglichen Spätfolgen (sog. Post-Polio-Syndrom) zu verhindern, bietet die Schutzimpfung gegen Poliomyelitis.






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