Anzeige

Anzeige

Kinderlähmung (Polio): Durch Impfungen nahezu ausgerottet

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (07. April 2016)

© Jupiterimages/iStockphoto

Polio (Poliomyelitis, Kinderlähmung) ist eine hochansteckende Infektionskrankheit, die in der Vergangenheit immer wieder zu Massenerkrankungen (Epidemien) mit Todesfällen geführt hat. In den letzten Jahrzehnten ist die Kinderlähmung dank der verfügbaren Impfung jedoch weltweit immer seltener geworden – viele Regionen sind sogar ganz poliofrei.

Trotzdem ist die Impfung gegen Polio auch in poliofreien Gebieten nach wie vor wichtig, denn: Solange nicht jeder Mensch ausreichend gegen Poliomyelitis geimpft ist, kann die Kinderlähmung durch eingeschleppte Erreger (sog. Polioviren) jederzeit erneut ausbrechen. Nur wenn keine Impflücken mehr bestehen, kann es gelingen, die Polio ganz auszurotten.

Poliomyelitis wird meist fäkal-oral übertragen – das bedeutet: Infizierte scheiden den Polio-Erreger mit dem Stuhl aus, die anschließend von einer anderen Person mit dem Mund aufgenommen werden. Dies kann etwa bei mangelnder Hygiene der Fall sein, wenn Nahrungsmittel oder Getränke mit den Polioviren in Kontakt kommen.

Aber längst nicht jede Ansteckung führt auch zur Kinderlähmung: Meistens (zu mehr als 95%) verläuft die Polio-Infektion unbemerkt oder aber es kommt lediglich zu allgemeinen Beschwerden (sog. abortive Poliomyelitis), die auch bei vielen anderen Erkrankungen auftreten können, so etwa Fieber, Kopfschmerzen oder Appetitlosigkeit.

Bei einem Bruchteil der Betroffenen dringen die Polioviren jedoch in das zentrale Nervensystem ein. Dabei kann entweder eine nicht-paralytische oder eine paralytische Poliomyelitis entstehen – letztere führt zu den typischen Lähmungserscheinungen (paralytisch = gelähmt).

Die nicht-paralytische Polio zeigt sich durch Symptome wie:

In seltenen Fällen bildet sich im weiteren Verlauf die "klassische" Kinderlähmung aus – die paralytische Polio. Charakteristisch sind meist asymmetrische, bleibende Lähmungen. Die Lähmungserscheinungen betreffen vor allem die Beine, aber auch andere Muskeln können betroffen sein, so etwa die Atemmuskeln. Die paralytische Poliomyelitis kann lebensbedrohlich sein.

Meist hinterlässt eine "richtige" Kinderlähmung – also eine paralytische Poliomyelitis – bleibende Schäden. Derzeit gibt es keine wirksame Behandlung, um die Polio-Erreger direkt zu bekämpfen. Die Therapie beschränkt sich darauf, die Symptome der Kinderlähmung zu lindern (z.B. durch Bettruhe, Krankengymnastik). Die einzige Möglichkeit, die Kinderlähmung und ihre möglichen Spätfolgen (sog. Post-Polio-Syndrom) zu verhindern, bietet die Schutzimpfung gegen Poliomyelitis.

Nicht nur Kinder, auch Erwachsene können an Kinderlähmung erkranken!



Apotheken-Notdienst

Anzeige