Polio (Poliomyelitis, Kinderlähmung): Vorbeugen

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (07. April 2016)

Der Polio (Poliomyelitis, Kinderlähmung) können Sie am besten mit einer Impfung vorbeugen: Durch Massenimpfungen ist es in vielen Ländern gelungen, die Polio nahezu vollständig auszurotten.

Trotz der bisherigen Erfolge im Kampf gegen Polio ist es jedoch nach wie vor wichtig, dass jeder gegen Polio geimpft ist: Nur so kann es gelingen, die Kinderlähmung weltweit auszurotten.

Die Impfung gegen Kinderlähmung zählt zu den sogenannten Standardimpfungen, die von der Ständigen Impfkommission (STIKO) des Robert Koch-Instituts empfohlen werden. Zur Grundimmunisierung erhalten Babys insgesamt vier Teilimpfungen – die erste Impfung erfolgt ab der 9. Lebenswoche, die letzte im 11. bis 14. Lebensmonat. Später sollte die Impfung aufgefrischt werden, empfohlen wird dies im Alter von neun bis 17 Jahren. In der Regel wird die Polio-Impfung dann mit anderen Impfstoffen kombiniert (Tetanus, Keuchhusten und Diphtherie).

Dass Sie einer Polio-Infektion vorbeugen – also Ihren Impfschutz überprüfen – ist von besonderer Bedeutung, wenn Sie vorhaben, in ein Gebiet mit hohem Polio-Risiko zu reisen, insbesondere Nigeria, Pakistan und Afghanistan. Sind mehr als 10 Jahre seit Ihrer letzten Polio-Impfung vergangen, ist eine Auffrischung vor der Reise ratsam. Eine Auffrischung empfiehlt sich zum Beispiel auch für Personen, die etwa beruflich Kontakt zu Erkrankten haben könnten.

Die Polio-Impfung erfolgt seit dem Jahr 1998 in Deutschland nicht mehr als Schluckimpfung. Der Grund: Im alten Impfstoff waren Lebendviren in abgeschwächter Form enthalten, welche von den geimpften Personen mit dem Stuhl ausgeschieden wurden. Kamen empfindliche Personen damit in Kontakt, konnten sie eine Kinderlähmung (sog. Impfpoliomyelitis) entwickeln. Dies war jedoch nur sehr selten der Fall (weniger als ein Fall pro 1 Million Impfungen).

Heute impfen Ärzte mit einem Polio-Impfstoff IPV (= inaktivierte Polio-Vakzine). Die enthaltenen Viren sind inaktiv, sodass sich auch geschwächte Personen nicht mehr anstecken können. Diesen Impfstoff verabreicht man per Spritze.


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