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Polio (Poliomyelitis, Kinderlähmung)

Polio (Poliomyelitis, Kinderlähmung): Verlauf

Stand: 29. Oktober 2010Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Eine Polio (Poliomyelitis, Kinderlähmung) nimmt in den meisten Fällen einen symptomlosen Verlauf, sodass die Betroffenen nichts von der Infektion merken. Manchmal zeigt sich die Polio durch allgemeine Krankheitssymptome, die meist nach etwa zweiwöchigem Verlauf abklingen (sog. abortiver Verlauf).

Schwere Verläufe, bei denen Lähmungen auftreten, sind bei einer Poliomyelitis selten. Allerdings haben solche Verlaufsformen eine Sterblichkeitsrate (Letalitätsrate) von 2 bis 20 Prozent. Bei etwa 50 Prozent der anfangs vollständig Gelähmten bleiben unterschiedlich schwere Restlähmungen bestehen. In vielen Fällen ist bei Polio mit dem Auftreten von Spätfolgen zu rechnen:

Post-Polio-Syndrom (PPS)

Nach einer überstandenen Polio können im weiteren Verlauf des Lebens (manchmal erst nach Jahrzehnten) als Post-Polio-Syndrom (PPS) bezeichnete Spätfolgen auftreten: Darunter versteht man eine nach einer Polioinfektion auftretende Schwäche, die mit Muskelschwund, Schmerzen und völligen Erschöpfungszuständen verbunden ist. Das Post-Polio-Syndrom kann nach jeder Verlaufsform der Polio auftreten – auch wenn während der Infektion keine Krankheitszeichen aufgetreten sind.

Das Post-Polio-Syndrom verläuft fortschreitend; die Ursachen für die Beschwerden sind weder mit bildgebenden Verfahren noch labordiagnostisch nachweisbar. Möglicherweise steckt diese Spätfolge der Poliomyelitis hinter vielen Erkrankungen, deren Gründe weitgehend im Dunklen liegen (z.B. chronisches Erschöpfungssyndrom). Bei einem Post-Polio-Syndrom ist es zur Therapie vor allem wichtig, den Mangel an in den Muskeln wirksamem L-Carnitin (Gamma-Trimethylamino-beta-Hydroxybuttersäure) auszugleichen. Carnitin spielt bei der Energiegewinnung von Zellen und damit des Organismus eine Rolle.

Weiterlesen: Polio (Poliomyelitis, Kinderlähmung): Vorbeugen

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