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Polio (Poliomyelitis, Kinderlähmung)

Polio (Poliomyelitis, Kinderlähmung): Verlauf

Stand: 30. April 2012Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Eine Polio (Poliomyelitis, Kinderlähmung) nimmt meistens einen symptomlosen Verlauf, sodass die Betroffenen nichts von der Infektion merken. Manchmal ruft die Polio auch allgemeine Krankheitssymptome hervor, die meist nach etwa zweiwöchigem Verlauf abklingen (sog. abortiver Verlauf).

Die "klassische" Kinderlähmung, also ein schwerer Verlauf mit Lähmungen, ist selten. Allerdings hat diese sogenannte paralytische Poliomyelitis eine Sterblichkeitsrate (Letalitätsrate) von 2 bis 20 Prozent. Bei etwa 50 Prozent der anfangs vollständig Gelähmten bleiben unterschiedlich schwere Restlähmungen bestehen. In vielen Fällen ist bei Polio mit dem Auftreten von Spätfolgen zu rechnen:

Post-Polio-Syndrom (PPS)

Nach einer überstandenen Polio kann im weiteren Verlauf des Lebens (manchmal erst nach Jahrzehnten) ein Post-Polio-Syndrom (PPS) entstehen: Darunter versteht man die nach einer Kinderlähmung auftretenden Spätfolgen in Form von Schwäche, Muskelschwund, Schmerzen und völligen Erschöpfungszuständen. Das Post-Polio-Syndrom kann nach jeder Poliomyelitis-Verlaufsform auftreten – auch wenn die Infektion ohne Krankheitszeichen verlaufen ist.

Das Post-Polio-Syndrom nimmt einen fortschreitenden Verlauf; die Ursachen für die Beschwerden sind weder mit bildgebenden Verfahren noch labordiagnostisch nachweisbar. Möglicherweise steckt hinter vielen Erkrankungen, deren Gründe weitgehend im Dunklen liegen (z.B. chronisches Erschöpfungssyndrom), in Wirklichkeit ein Post-Polio-Syndrom. Wenn nach einer überstandenen Kinderlähmung irgendwann solche Spätfolgen auftreten, ist es zur Therapie vor allem wichtig, den Mangel an in den Muskeln wirksamem L-Carnitin (Gamma-Trimethylamino-beta-Hydroxybuttersäure) auszugleichen. Carnitin spielt bei der Energiegewinnung von Zellen und damit des Organismus eine Rolle.

Weiterlesen: Polio (Poliomyelitis, Kinderlähmung): Vorbeugen

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