Polio (Poliomyelitis, Kinderlähmung): Verlauf

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (07. April 2016)

Eine Polio (Poliomyelitis, Kinderlähmung) nimmt meistens einen symptomlosen Verlauf, sodass die Betroffenen nichts von der Infektion merken – oder aber die Symptome sind nur mild ausgeprägt und beschränken sich auf vorübergehende allgemeine Beschwerden wie Halsschmerzen, Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen oder Appetitlosigkeit (sog. abortiver Verlauf).

Die "klassische" Kinderlähmung, also ein schwerer Verlauf mit Lähmungen, der lebensbedrohlich sein kann, ist selten und kommt bei weniger als einem von 100 Erkrankten vor.

Post-Polio-Syndrom (PPS)

Nach einer überstandenen Polio kann im weiteren Verlauf des Lebens – oft nach Jahrzehnten – ein Post-Polio-Syndrom (PPS) entstehen: Darunter versteht man die nach einer Kinderlähmung auftretenden Spätfolgen in Form von Schwäche, Muskelschwund, Schmerzen, Schluckbeschwerden, Atemproblemen und völligen Erschöpfungszuständen. Das Post-Polio-Syndrom kann nach jeder Poliomyelitis-Verlaufsform auftreten – auch wenn die Infektion ohne Krankheitszeichen verlaufen ist. Die genauen Ursachen sind unbekannt, möglicherweise entsteht das Syndrom durch Überlastung der noch intakten Nervenzellen.

Das Post-Polio-Syndrom nimmt einen fortschreitenden Verlauf; die Ursachen für die Beschwerden sind weder mit bildgebenden Verfahren noch labordiagnostisch nachweisbar. Möglicherweise steckt hinter vielen Erkrankungen, deren Gründe weitgehend im Dunklen liegen (z.B. chronisches Erschöpfungssyndrom), in Wirklichkeit ein Post-Polio-Syndrom.


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