Polio (Poliomyelitis, Kinderlähmung): Ursachen

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (07. April 2016)

Erreger

Die Polio (Poliomyelitis, Kinderlähmung) entsteht durch die Infektion mit einem bestimmten Erreger: dem sogenannten Poliovirus. Polioviren sind RNA-Viren aus der Gruppe der sogenannten Picornaviren. Man unterscheidet drei Typen von Polioviren (Typ I, II, III).

Die Poliomyelitis ist hochansteckend. Die Polio-Erreger kommen jedoch nur beim Menschen vor – außerhalb des menschlichen Körpers können Polioviren nur kurze Zeit überdauern. Diese Spezialisierung der Polio-Erreger auf den Menschen ist eine Ursache dafür, dass die völlige Ausrottung der Kinderlähmung durch Impfung möglich ist: Das Polio-Wildvirus vom Typ II ist seit 1999 ausgerottet.

Übertragung

Typischerweise entsteht Polio (Poliomyelitis, Kinderlähmung) durch eine fäkal-orale Übertragung – das heißt: Ein Infizierter scheidet die Polioviren über den Stuhl aus, woraufhin ein anderer Mensch sie über den Mund aufnimmt. Meistens erfolgt die Übertragung mit Polio durch Nahrungsmittel oder Getränke, die mit infektiösem Kot erkrankter Menschen in Kontakt kamen.

Diese Art der Polio-Übertragung ist vergleichbar mit der von Hepatitis A. Eine Ansteckung mit Kinderlähmung über Tröpfchen – also durch Niesen, Husten, Küssen – ist äußerst selten.

Nach der Übertragung vermehren sich die Polioviren im Körper und verursachen keine oder nur wenig kennzeichnende Krankheitssymptome. Bei einem Teil der Betroffenen dringen die Polioviren nach einem darauffolgenden symptomfreien Intervall in das zentrale Nervensystem (ZNS) ein und lösen die zweite Phase der Poliomyelitis aus, bei der es zur "klassischen" Kinderlähmung kommen kann.

Inkubationszeit

Bei der Polio beträgt die Inkubationszeit – also die Zeit von der Infektion bis zum Ausbruch der Poliomyelitis – 3 bis 35 Tage.


Wie steht es um Ihre Gesundheit?



Apotheken-Notdienst