Polio (Poliomyelitis, Kinderlähmung): Symptome

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (07. April 2016)

Hat sich eine Person mit dem Erreger der Polio (Poliomyelitis, Kinderlähmung) angesteckt, treten nur selten Symptome auf.

Nur weniger als fünf Prozent der Infizierten zeigen überhaupt Anzeichen einer Erkrankung. Die Symptome machen sich etwa sechs bis neun Tage nach der Infektion in Form der sogenannten abortiven (gemilderten) Poliomyelitis bemerkbar: In dieser ersten Krankheitsphase ist das Zentralnervensystem (ZNS: Gehirn und Rückenmark) nicht infiziert. Die abortive Poliomyelitis verläuft ohne Anzeichen der "klassischen" Kinderlähmung, sondern äußert sich durch unspezifische Symptome wie:

In seltenen Fällen dringen die Polioviren in das zentrale Nervensystem ein. Dies kann zwei verschiedene Verlaufsformen zur Folge haben:

  • die nicht-paralytische und
  • die paralytische Polio.

Die nicht-paralytische Polio entsteht bei etwa 1 bis 2 von 100 aller Infizierten. Sie zeigt sich drei bis sieben Tage nach der ersten, unspezifischen Krankheitsphase. Die Erreger lösen eine Hirnhautentzündung (Meningitis) aus, was sich in verschiedenen Symptomen äußert, so etwa:

Die für die "klassische" Kinderlähmung typischen Symptome treten bei der nicht-paralytischen Polio nicht auf.

Dies ist nur bei der paralytischen Polio der Fall, welche noch seltener vorkommt als die nicht-paralytische Polio: Nur etwa 1 von 100 bis 1.000 aller Polio-Infizierten entwickeln eine paralytische Polio. Die typischen Symptome der paralytischen Polio sind – zusätzlich zu den starken Rücken-, Muskel- und Nackenschmerzen – Lähmungen, die sich meist nur teilweise wieder zurückbilden. Dabei ist meist die Arm- oder Beinmuskulatur betroffen, es kann aber auch die Atem-, Sprech-, Augen- und Schluckmuskulatur in Mitleidenschaft gezogen sein. Sind etwa die Atemmuskeln von der Poliomyelitis befallen, kann eine tödliche Atemlähmung entstehen.


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