Polio (Poliomyelitis, Kinderlähmung): Diagnose

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (07. April 2016)

Bei Verdacht auf Polio (Poliomyelitis, Kinderlähmung) stellt der Arzt die Diagnose zum einen anhand der auftretenden Symptome, zum anderen mithilfe eines Erregernachweises.

Während der ersten Krankheitsphase ist die Diagnose Polio allein anhand der Symptome jedoch schwierig: Die ersten Krankheitszeichen der Poliomyelitis sind so wenig kennzeichnend, dass fast jede fieberhafte Infektion als Ursache infrage kommt. Auch die bei der Kinderlähmung später auftretenden Lähmungen sind nicht eindeutig: Sie können ebenfalls bei Coxsackie- und ECHO-Virus-Infektion, Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME), Diphtherie, Neuritis und Guillain-Barré-Syndrom auftreten. Diese Erkrankungen muss der Arzt daher ausschließen, um Polio eindeutig diagnostizieren zu können (sog. Differenzialdiagnose).

Um die Diagnose zu sichern, muss der Arzt das ursächliche Virus indirekt (d.h. über die gegen das Virus gebildeten Antikörper im Blut) oder direkt nachweisen: Das Poliovirus selbst kann man aus Stuhl, Rachensekret oder Gehirnflüssigkeit (Liquor) isolieren. Aus dem Stuhl gelingt der Nachweis des Poliovirus zu 80 Prozent innerhalb der ersten 14 Krankheitstage.


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