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Stand: 30. April 2012Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Bei Polio (Poliomyelitis, Kinderlähmung) erfolgt die Diagnose zum einen anhand der auftretenden Symptome (Anzeichen der Hirnhautentzündung, Lähmungserscheinungen usw.), zum anderen durch den Erregernachweis.
Während der ersten Krankheitsphase der Polio kommen aufgrund der wenig kennzeichnenden Symptome fast alle fieberhaften Infektionen als Diagnose infrage. Die bei der Kinderlähmung später auftretenden Lähmungen können auch bei Coxsackie- und ECHO-Virus-Infektion, Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME), Diphtherie, Neuritis und Guillain-Barré-Syndrom auftreten. Diese Erkrankungen sind daher auszuschließen, um eine Poliomyelitis eindeutig diagnostizieren zu können (sog. Differenzialdiagnose).
Mit Beginn der zweiten Krankheitsphase der Poliomyelitis ist eine sogenannte Liquoruntersuchung zur Diagnose geeignet, da nun im Hirnwasser (Liquor) eine Entzündung nachweisbar ist: Diese äußert sich unter anderem durch erhöhte Eiweißwerte und normale Glukosewerte.
Das für Polio verantwortliche Virus kann man aus Stuhl, Rachensekret oder Gehirnflüssigkeit isolieren und nachweisen. Aus dem Stuhl (Kot) gelingt die Diagnose durch Virusnachweis zu 80 Prozent innerhalb der ersten 14 Krankheitstage.
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