|
Sie befinden sich hier:
Startseite > Krankheiten > Polio (Poliomyelitis, Kinderlähmung) > Definition
Polio (Poliomyelitis, Kinderlähmung)ForumKinderkrankheitenDiskussion und Erfahrungsaustausch im Forum Kinderkrankheiten Sie sind noch nicht registriert? Kostenlos registrieren
Polio (Poliomyelitis, Kinderlähmung)HistorischesStand: 29. Oktober 2010Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz Im Jahre 1949 gelang es den US-amerikanischen Wissenschaftlern John Franklin Enders, Frederick Chapman Robbins und Thomas H. Weller, den Erreger der Polio (Poliomyelitis, Kinderlähmung), das Poliovirus, in verschiedenen Geweben zu kultivieren, wofür die drei 1954 den Nobelpreis für Medizin und Physiologie bekamen. Ab dem Jahr 1952 begann der amerikanische Bakteriologe Jonas Edward Salk mit ersten experimentellen Impfversuchen gegen die Polio. Zunächst probierte er den Impfstoff an sich selbst und anschließend an seiner Familie aus. Bis zum Jahr 1954 erfolgte in den USA auf diese Weise die Impfung von insgesamt 1,8 Millionen Kindern gegen Poliomyelitis. Diese Salk-Impfung besteht aus dreimaliger Gabe des Impfstoffs per Spritze (Injektion), der abgetötete (inaktive) Polioviren der Erregertypen I, II und III enthält. Die ersten beiden Impfungen erfolgen im Abstand von vier bis sechs Wochen, die dritte frühestens nach sieben Monaten; in Zeiträumen von etwa zehn Jahren war beziehungsweise ist jeweils eine Auffrischung erforderlich. Albert Bruce Sabin entwickelte diese Impfungen zu der jahrelang praktizierten Schluckimpfung weiter, die man mit einem Stückchen Zucker verabreichte. 1955 gab die amerikanische Zulassungsbehörde FAD (Food and Drug Administration) den Impfstoff zur allgemeinen Anwendung frei. Der gegen die Poliotypen I, II, und III wirksame Lebendimpfstoff kam in der DDR seit 1960 und in der BRD seit 1962 als Sabin-Schluckimpfung (OPV = orale Polio-Vakzine) zum Einsatz. Die Schluckimpfung gegen Polio ist naturgemäß einfacher als die Impfung per Spritze nach Salk und etwa um ein Drittel preiswerter. Man verabreicht sie im 4., 6. und 18. Lebensmonat; auch hier ist etwa alle zehn Jahre eine Auffrischung notwendig. Seit dem Jahr 1998 empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) in Deutschland jedoch IPV (= inaktivierte Polio-Vakzine) als Polio-Impfstoff, der nun auch zum Einsatz kommt. In der Schweiz geschieht dies seit dem Jahr 2003. Die Impfung mit diesem Impfstoff ist erfolgt per Spritze, also nicht als Schluckimpfung. Er verfügt über eine hohe Wirksamkeit und verursacht keine vakzineassoziierte paralytische Poliomyelitis (VAPP). Auch Menschen mit einer Immunschwäche (Aids) lassen sich ohne Risiko mit diesem Impfstoff impfen. Man ist also zu der alten, aber mittlerweile verbesserten Impfungsart von Salk zurückgekehrt. Weiterlesen: Polio (Poliomyelitis, Kinderlähmung): Ursachen Das könnte Sie auch interessieren
Mein KindErfahren Sie im Ratgeber Mein Kind mehr über alle wichtigen Themen rund um Ihr Kind. mehr ... Weitere Themen:Am häufigsten gelesen
Leben mit KrebsIm Themenspecial finden Betroffene und Angehörige Informationen zu modernen Therapieformen sowie zur aktuellen Krebsforschung. mehr ... Weitere Themen:
Disclaimer:© 2012 gofeminin.de GmbH – Das Informationsangebot rund um die persönliche Gesundheit auf www.onmeda.de dient ausschließlich Ihrer Information und ersetzt in keinem Fall eine persönliche Beratung, Untersuchung oder Diagnose durch einen approbierten Arzt. Die auf Onmeda zur Verfügung gestellten Inhalte können und dürfen nicht zur Erstellung eigenständiger Diagnosen und/oder einer Eigenmedikation verwendet werden. Bitte beachten Sie auch den Haftungsausschluss sowie unsere Hinweise zu den Bildrechten. |