Polio (Poliomyelitis, Kinderlähmung): Historisches

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (07. April 2016)

Im Jahr 1949 gelang es den US-amerikanischen Wissenschaftlern John Franklin Enders, Frederick Chapman Robbins und Thomas H. Weller, den für Polio (Poliomyelitis, Kinderlähmung) verantwortlichen Erreger – das Poliovirus – in verschiedenen Geweben zu vermehren, wofür die drei 1954 den Nobelpreis für Medizin und Physiologie bekamen.

Ab dem Jahr 1952 begann der amerikanische Bakteriologe Jonas Edward Salk mit ersten experimentellen Impfversuchen gegen die Polio. 1955 gab die amerikanische Zulassungsbehörde FAD (Food and Drug Administration) den Impfstoff zur allgemeinen Anwendung frei.

Diese Impfungen entwickelte Albert Bruce Sabin zu der jahrelang praktizierten Schluckimpfung weiter, die man mit einem Stückchen Zucker verabreichte.

Seit dem Jahr 1998 empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) in Deutschland jedoch IPV (= inaktivierte Polio-Vakzine) als Polio-Impfstoff, der nun auch zum Einsatz kommt. Die Impfung gegen Polio mit diesem Impfstoff erfolgt per Spritze, also nicht als Schluckimpfung. Er ist sehr wirksam und verursacht selbst keine impfstoffbedingte Kinderlähmung (bzw. vakzineassoziierte paralytische Poliomyelitis, VAPP). Man ist also zu der alten, aber mittlerweile verbesserten Impfungsart von Salk zurückgekehrt.


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