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Stand: 30. April 2012Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Im Jahr 1949 gelang es den US-amerikanischen Wissenschaftlern John Franklin Enders, Frederick Chapman Robbins und Thomas H. Weller, den für Polio (Poliomyelitis, Kinderlähmung) verantwortlichen Erreger – das Poliovirus – in verschiedenen Geweben zu vermehren, wofür die drei 1954 den Nobelpreis für Medizin und Physiologie bekamen.
Ab dem Jahr 1952 begann der amerikanische Bakteriologe Jonas Edward Salk mit ersten experimentellen Impfversuchen gegen die Polio. Zunächst probierte er den Impfstoff an sich selbst und anschließend an seiner Familie aus. Bis zum Jahr 1954 erfolgte in den USA auf diese Weise die Impfung von insgesamt 1,8 Millionen Kindern gegen Poliomyelitis. Diese Salk-Impfung besteht aus 3-maliger Gabe des Impfstoffs per Spritze (Injektion), der abgetötete (inaktive) Polioviren der Erregertypen I, II und III enthält. Die ersten beiden Impfungen erfolgen im Abstand von 4 bis 6 Wochen, die dritte frühestens nach 7 Monaten; in Zeiträumen von etwa 10 Jahren war beziehungsweise ist jeweils eine Auffrischung erforderlich. Diese Impfungen entwickelte Albert Bruce Sabin zu der jahrelang praktizierten Schluckimpfung weiter, die man mit einem Stückchen Zucker verabreichte. 1955 gab die amerikanische Zulassungsbehörde FAD (Food and Drug Administration) den Impfstoff zur allgemeinen Anwendung frei.
Der gegen die Poliotypen I, II, und III wirksame Lebendimpfstoff kam in der DDR seit 1960 und in der BRD seit 1962 als Sabin-Schluckimpfung (OPV = orale Polio-Vakzine) zum Einsatz. Die Schluckimpfung gegen Polio ist naturgemäß einfacher als die Impfung per Spritze nach Salk und etwa um ein Drittel preiswerter. Man verabreicht sie im 4., 6. und 18. Lebensmonat; auch hier ist etwa alle 10 Jahre eine Auffrischung notwendig. Seit dem Jahr 1998 empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) in Deutschland jedoch IPV (= inaktivierte Polio-Vakzine) als Polio-Impfstoff, der nun auch zum Einsatz kommt. In der Schweiz geschieht dies seit dem Jahr 2003. Die Impfung mit diesem Impfstoff erfolgt per Spritze, also nicht als Schluckimpfung. Er verfügt über eine hohe Wirksamkeit und verursacht keine vakzineassoziierte paralytische Poliomyelitis (VAPP). Auch Menschen mit einer Immunschwäche (Aids) können sich ohne Risiko mit diesem Impfstoff impfen lassen. Man ist also zu der alten, aber mittlerweile verbesserten Impfungsart von Salk zurückgekehrt.
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