Pneumothorax: Ursachen

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (29. Dezember 2015)

Ein Pneumothorax kann verschiedene Ursachen haben. Je nachdem, wodurch die Luftansammlung im Pleuraspalt (d.h. zwischen den beiden Schichten von Pleura bzw. Brustfell) entsteht, unterscheidet man zwei Hauptformen:

  1. Spontanpneumothorax:
    • idiopathischer Spontanpneumothorax (Spontanpneumothorax unbekannter Ursache)
    • sekundärer Spontanpneumothorax (symptomatischer Spontanpneumothorax)
  2. traumatischer Pneumothorax:
    • offener Pneumothorax
    • geschlossener Pneumothorax

Spontanpneumothorax

Einen Pneumothorax, der ohne äußere Einwirkungen als Ursachen und scheinbar zufällig auftritt, bezeichnet man als Spontanpneumothorax. Beim spontan auftretenden Pneumothorax entsteht die Luftansammlung dadurch, dass kleine Lungenbläschen (Alveolen) geplatzt sind.

Idiopathischer Spannungspneumothorax

Die weitaus häufigste Form von Pneumothorax ist der ohne erkennbare Ursachen auftretende beziehungsweise idiopathische Spontanpneumothorax. Obwohl seine genauen Ursachen unbekannt sind, ist das Rauchen nachweislich ein wichtiger Risikofaktor für die Entstehung. Entsprechend sind Nichtraucher selten von einem Spontanpneumothorax betroffen.

Meist betrifft ein idiopathischer Spontanpneumothorax schlanke, hochgewachsene Menschen unter 40 Jahren.

Sekundärer Spannungspneumothorax

Der sekundäre Spontanpneumothorax ist eine eher seltene Form des Pneumothorax. Die Ursachen für den sekundären Spontanpneumothorax sind bereits bestehende Lungenerkrankungen, bei denen ein Pneumothorax nachträglich (d.h. sekundär) hinzukommen kann. Ein Grund hierfür ist, dass bei vielen Lungenerkrankungen das Lungengewebe dauerhaft aufgebläht sein kann, also ein sogenanntes Lungenemphysem vorliegt: Die anhaltend überdehnten Lungenbläschen können dann plötzlich zerreißen. Wenn sie außen in der Lunge – also direkt unterhalb der Pleura – liegen, können sie in den Pleuraspalt hineinplatzen. Dadurch entsteht eine Verbindung zwischen dem Lungensystem und der Pleura, über die Luft in den Spalt eintritt – es kommt zum Pneumothorax.

Auch hier spielt Zigarettenkonsum eine Rolle: Häufigste Ursache für ein chronisches Lungenemphysem ist das Rauchen. Bei manchen Lungenerkrankungen bilden sich auch Hohlräume in der Lunge (sog. Kavernen), die – ebenso wie die Alveolen – in den Pleuraspalt einbrechen können. Meist sind Menschen im mittleren bis höheren Lebensalter von einem sekundären Spontanpneumothorax infolge einer Lungenerkrankung betroffen. Zu den Krankheiten, die einen sekundären Spontanpneumothorax verursachen können, gehören zum Beispiel:

Traumatischer Pneumothorax

Ein Pneumothorax kann auch traumatische Ursachen haben, also im Rahmen von Verletzungen entstehen (Trauma = durch äußere Gewalteinwirkung entstandene Wunde). Ein solcher traumatischer Pneumothorax kann durch Unfälle oder medizinische Eingriffe bedingt sein (in letzterem Fall spricht man von einem sog. iatrogenen Pneumothorax). Dabei kann Luft auf unterschiedlichen Wegen, etwa über eine verletzte Brustwand oder über eine Lungenverletzung, in den Pleuraspalt eindringen.

Offener Pneumothorax

Wenn ein traumatischer Pneumothorax seine Ursachen in Verletzungen der Brustwand hat, die eine Verbindung zwischen der Außenluft und dem Pleuraspalt schaffen, entsteht ein sogenannter offener Pneumothorax.

Geschlossener Pneumothorax

Hat ein traumatischer Pneumothorax seine Ursachen in einer Lungenverletzung, bei der nur Luft aus der verletzten Lunge in den Pleuraspalt gelangt, liegt ein geschlossener Pneumothorax vor. Auch wenn sich eine vorübergehende Verbindung zwischen Pleuraspalt und Außenluft wieder verschließt, kann ein geschlossener Pneumothorax entstehen. Ursachen für solch eine kurzfristige Verbindung mit der Außenluft können zum Beispiel eine Stichverletzung, aber auch bestimmte medizinisch-therapeutische Eingriffe (z.B. Pleurapunktion, Legen eines zentralen Venenkatheters) sein. Außerdem kann eine gebrochene Rippe die Lunge verletzen.

Ein geschlossener Pneumothorax kann auch entstehen, wenn durch einen zerrissenen Bronchialast oder eine Verletzung der Speiseröhre Luft in den Pleuraspalt gelangt. In diesem Fall dringt die Luft in den Mittelteil des Brustkorbinnenraums (Mittelfell oder Mediastinum) und von dort in den Pleuraspalt ein. Des Weiteren kann ein geschlossener Pneumothorax seine Ursachen in einem sogenannten Barotrauma haben, das bei künstlicher Beatmung durch einen zu hohen Beatmungsdruck entsteht. Am häufigsten tritt ein Pneumothorax als Beatmungskomplikation bei Menschen mit einem akuten Atemnotsyndrom auf.


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