Pneumothorax: Therapie

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (29. Dezember 2015)

Bei einem einfachen Pneumothorax besteht die Therapie meist nur darin, Sauerstoff zu verabreichen. Der Körper nimmt die Luft im Pleuraspalt meist innerhalb weniger Tage wieder auf (sog. Resorption).

Selbst wenn sich größere Luftmengen im Pleuraspalt befinden, erfordert der Pneumothorax keine weitere Therapie: Der Körper resorbiert diese Luftansammlung innerhalb von zwei bis vier Wochen. Um den Vorgang zu beschleunigen, ist es aber möglich, die Luft über eine kleine, zwischen der zweiten und dritten Rippe eingeführte Kanüle abzusaugen.

Hat sich beim Pneumothorax neben Luft auch Blut (Hämatothorax) oder Eiter (Empyem) im Pleuraspalt angesammelt, legt der Arzt eine Drainage, um die Flüssigkeit zu entfernen. In einigen Fällen kommt auch eine Thorax-Drainage zum Einsatz, um die Luft zu entfernen – das bedeutet: Der Arzt führt einen Schlauch in den Brustkorb ein, um die Luft aus dem Pleuraspalt durch einen minimalen Unterdruck abzusaugen.

Entsteht bei einem Pneumothorax eine bakterielle Infektion, ist eine Therapie mit Antibiotika ratsam.

Der Spannungspneumothorax (Ventilpneumothorax) ist eine akut lebensbedrohliche Sonderform des Pneumothorax, da hier beide Lungen und die Herz-Kreislauf-Funktion drastisch eingeschränkt sein können. Die meist lebensrettende Therapie besteht darin, die Luft so schnell wie möglich aus dem Pleuraspalt zu entfernen – in der Regel ebenfalls durch eine Thorax-Drainage.

Operation

Unter Umständen kann bei einem Pneumothorax zur Therapie auch eine Operation notwendig sein: Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn Sie zweimal hintereinander auf der gleichen Seite einen Pneumothorax hatten oder gar keine Besserung eintritt. Bei der Operation übernäht der Operateur Lungenbläschen, die infolge der Überblähung (sog. Lungenemphysem) geplatzt sind, und entfernt – wenn nötig – Lungenanteile. Außerdem kann der Operateur die Lungenblätter verkleben, indem er Tetrazyklin oder Fibrin in den Pleuraspalt spritzt.


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