Pneumothorax: Was ist das?

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (29. Dezember 2015)

Der Begriff Pneumothorax bezeichnet eine Ansammlung von Luft zwischen den beiden Schichten der Pleura (Brustfell) – im sogenannten Pleuraspalt, der unter normalen Umständen luftleer ist. Wortwörtlich bedeutet Pneumothorax "Luft im Brustraum" (wobei pneu für Luft und thorax für Brustraum steht).

Die Pleura ist eine feine Haut, welche die Lunge und die Innenseite des Brustkorbs überzieht. Sie besteht aus zwei Blättern:

  • dem Lungenfell (Pleura pulmonaris oder Pleura visceralis) und
  • dem Brustfell im engeren Sinne (Pleura parietalis).

Ist die Lunge normal ausgedehnt, liegen beide Blätter der Pleura aufeinander. Dazwischen befindet sich der Pleuraspalt, der mit einem gleitenden Flüssigkeitsfilm gefüllt ist. Durch diesen Flüssigkeitsfilm haftet die Lunge am Brustfell, sodass die Lunge dem Brustkorb eng anliegt und dessen Atembewegungen folgen kann. Kommt es zu einem Pneumothorax, fällt durch die in den Pleuraspalt eindringende Luft der betroffene Lungenflügel teilweise oder vollständig zusammen.

Ein Pneumothorax kann unterschiedlich ausgeprägt sein:

  • Die in den Pleuraspalt eindringenden Luftmengen können so minimal sein, dass die Betroffenen sie kaum bemerken,
  • oder die Lungenflügel können vollständig zusammenfallen.
  • Es kann sich aber auch ein sogenannter Spannungspneumothorax (auch Ventilpneumothorax genannt) bilden, bei dem beide Lungen und die Herz-Kreislauf-Funktion drastisch eingeschränkt sein können.

Ein Spannungspneumothorax entsteht, wenn durch ein geplatztes Lungenbläschen Luft in den Pleuraspalt gelangt, sich die Öffnung beim Ausatmen aber wieder verschließt: Dadurch dringt bei jedem Atemzug – ähnlich wie bei einem Ventil – Luft in den Pleuraspalt ein, die aber nicht mehr entweichen kann. Der Druck im Pleuraspalt steigt so immer weiter an. Der betroffene Lungenflügel ist bereits zusammengefallen und somit für die Atmung unbrauchbar. Der steigende Druck drängt das Mittelfell (Mediastinum) und das Herz zur gegenüberliegenden Seite, wodurch auch der gegenüberliegende Lungenflügel eingeengt wird. Diese Form eines Pneumothorax ist ein akut lebensbedrohlicher Vorfall.

Häufigkeit

Ein Pneumothorax tritt in Deutschland jährlich bei etwa 9 pro 100.000 Menschen auf. Wenn sich einmal spontan ein Pneumothorax entwickelt hat, entsteht er in etwa 30 Prozent der Fälle erneut.


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