Plötzlicher Herztod: Therapie

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (19. Januar 2016)

Droht ein plötzlicher Herztod, ist eine schnelle Therapie erforderlich: Nur geeignete Sofortmaßnahmen können verhindern, dass ein schneller Tod (sog. Sekundenherztod) eintritt. Wenn jemand über Herzsymptome (wie ein Engegefühl oder Schmerzen im Brustkorb) klagt oder plötzlich ohne vorausgegangene Herzbeschwerden sein Bewusstsein verliert, gilt daher:

Rufen Sie sofort unter der Notrufnummer 112 Hilfe und ergreifen Sie dann selbst Erste-Hilfe-Maßnahmen!

Bei Kammerflimmern lässt sich ein plötzlicher Herztod unmittelbar nur durch eine frühestmögliche Defibrillation und (wenn nötig) lebensverlängernde Herz-Lungen-Wiederbelebung abwenden:

  • Bei der Defibrillation verabreicht man dem Betroffenen mit einem Elektroschockgerät (dem Defibrillator, kurz: Defi) über Elektroden an der Brust einen starken Strom- beziehungsweise Spannungsimpuls: Dieser soll den plötzlichen Herztod verhindern, indem er die elektrische Aktivität des Herzens neu ausrichtet und so das Herz dazu bringt, wieder normal zu schlagen. Defibrillatoren stehen in allen Notarztwagen zur Verfügung. Auch manche öffentlich zugänglichen Gebäude (z.B. Bahnhöfe, Flughäfen) sind mittlerweile mit leicht zu bedienenden Defibrillatoren ausgestattet, sodass auch medizinische Laien sie im Notfall einsetzen können.
  • Die Herz-Lungen-Wiederbelebung besteht in einer Herzdruckmassage, bei der man kräftig Druck auf den Brustkorb des Bewusstlosen ausübt, sodass der Brustkorb mindestens fünf Zentimeter einsinkt. Dies geschieht 30-mal (in schnellem Rhythmus – also mehr als 3-mal in 2 Sekunden drücken!). Dann unterbricht man die Herzdruckmassage, um den Bewusstlosen 2-mal zu beatmen. Nach der Atemspende wieder 30-mal Herzdruckmassage, dann 2-mal Atemspende usw.

Lässt sich ein plötzlicher Herztod durch diese Sofortmaßnahmen verhindern, hängt die weitere Therapie vom Einzelfall ab: Bei einer Erkrankung, die ein erhöhtes Risiko für einen plötzlichen Herztod bedeutet, ist diese Grunderkrankung zu behandeln. Dabei können neben Medikamenten Gefäßstützen (Stents) zum Einsatz kommen, die verengte Herzkranzarterien aufdehnen, oder eine Bypass-Operation.

Vor allem aber bietet sich ein implantierbarer Kardioverter / Defibrillator (ICD) an, um bei zukünftigen bedrohlichen Herzrhythmusstörungen einen plötzlichen Herztod abzuwenden: Dies ist ein verkleinertes Elektroschockgerät, das man wie einen Schrittmacher unter die Haut einpflanzt (implantiert).


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