Plötzlicher Herztod: Definition

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (19. Januar 2016)

Ein plötzlicher Herztod (engl.: Sudden Cardiac Death, SCD) ist per Definition:

  • ein unerwarteter, natürlicher, durch das Herz verursachter Tod
  • bei Menschen mit bekannter oder unbekannter Herzerkrankung,
  • an dessen Anfang ein plötzlicher Bewusstseinsverlust steht und
  • der innerhalb der ersten 24 Stunden nach Symptombeginn eintritt.

Wenn ein plötzlicher Herztod augenblicklich eintritt, spricht man auch vom Sekundentod.

Ein plötzlicher Herztod ist die Folge einer Herzrhythmusstörung – also einer Störung in der Erregungsleitung des Herzens: Dabei erhält das Herz keine regelmäßigen elektrischen Impulse mehr, die normalerweise den Herzmuskel dazu bringen, sich zusammenzuziehen (bzw. zu kontrahieren). Infolgedessen gerät das Herz aus seinem gewohnten Rhythmus: In den meisten Fällen schlägt es viel schneller als bei Gesunden – statt gewöhnlich 60- bis 80-mal pro Minute teilweise über 500-mal pro Minute.

Schließlich kommt es zum Herzstillstand mit Kreislaufstillstand: Das Herz kann kein Blut mehr in das Kreislaufsystem pumpen, sodass der Kreislauf zusammenbricht. Die Betroffenen sind nach ein bis zwei Minuten bewusstlos – ohne Hilfe ist nach drei bis fünf Minuten mit bleibenden Schäden zu rechnen, nach durchschnittlich zehn Minuten tritt der Hirntod ein. Gelingt es jedoch, den Herz-Kreislauf-Stillstand durch Wiederbelebungsmaßnahmen zu beheben und so den Tod abzuwenden, nennt man dies überlebter plötzlicher Herztod.

Häufigkeit

Ein plötzlicher Herztod tritt in Deutschland bei jährlich etwa 80 von 100.000 Menschen ein – mit größter Häufigkeit während oder direkt nach einer extremen körperlichen Belastung.

Somit zählt der plötzliche Herztod laut Statistik noch vor Krebs und Schlaganfall zu den häufigsten Todesursachen. Dennoch scheint die Öffentlichkeit den plötzlichen Herztod im Vergleich zu anderen Todesursachen stark zu unterschätzen.

Mit zunehmendem Alter tritt der plötzliche Herztod häufiger auf. Männer haben ein höheres Risiko als Frauen – besonders bei bereits bekannter Herz-Kreislauf-Erkrankung, wie beispielsweise der koronaren Herzkrankheit (KHK).


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