Pleuraerguss: Definition

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (05. Januar 2016)

Ein Pleuraerguss ist eine Flüssigkeitsansammlung zwischen Lunge und Brustkorb: Das griechische Wort Pleura bezeichnet das Brustfell, das als feine Haut die Lunge und die Innenseite des Brustkorbs überzieht. Dieses Brustfell besteht aus:

  • Pleura pulmonalis (bzw. Pleura visceralis, Lungenfell), einer dünnen Gewebsschicht, die sich auf der Oberfläche beider Lungen befindet
  • Pleura parietalis (Brustfell im eigentlichen Sinn), einer dünnen Gewebsschicht, welche die Innenwände des Brustkorbs, die Oberseite des Zwerchfells und den Herzbeutel bedeckt – alles Berührungspunkte der Lungen im Brustkorb

Ist die Lunge normal ausgedehnt, liegen die beiden Blätter des Brustfells aufeinander. Dazwischen befindet sich ein gleitender Flüssigkeitsfilm von normalerweise etwa 15 Millilitern. Das Brustfell nimmt täglich zehn Milliliter von dieser Flüssigkeit auf und bildet sie im selben Maße neu. Ein Pleuraerguss ist ein Zeichen dafür, dass dieses Gleichgewicht gestört ist. Die überschüssige Flüssigkeit sammelt sich – der Schwerkraft folgend – stets an der tiefsten Stelle des Brustkorbs an.

Die beim Pleuraerguss angesammelte Flüssigkeit unterteilt man je nach ihrer Beschaffenheit in zwei verschiedene Kategorien:

  • Transsudat: Die Pleuraflüssigkeit ist durch einen geringen Eiweißgehalt gekennzeichnet. Ein transsudativer Pleuraerguss ist die Folge eines gestörten Gleichgewichts zwischen Bildung und Aufnahme der Pleuraflüssigkeit durch das Brustfell, wobei das Brustfell selbst jedoch nicht erkrankt oder geschädigt ist.
  • Exsudat: Die Flüssigkeit enthält viel Eiweiß und ist daher schwerer als Transsudate. Exsudative Pleuraergüsse entstehen durch entzündliche Prozesse der Tumoren, welche die Durchlässigkeit des Brustfells erhöhen oder den Lymphabfluss aus dem Pleuraraum behindern.

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