Plattfuß: Diagnose und Schweregrad

Veröffentlicht von: Till von Bracht (02. März 2016)

Beim Plattfuß gelingt die Diagnose meist schon anhand der äußerlich erkennbaren Fußfehlbildung: Plattfüße liegen stärker als gesunde Füße oder sogar vollständig am Boden auf.

Da die Füße von Babys ein abweichendes Erscheinungsbild aufweisen, ist ein angeborener Plattfuß bei Säuglingen schwerer zu erkennen. Es ist daher wichtig, bei Verdacht auf einen Plattfuß die Füße von Neugeborenen gründlich zu untersuchen.

Wenn – vor allem beim angeborenen Plattfuß – die Diagnose anhand des Erscheinungsbilds nicht eindeutig zu stellen ist, kann eine Röntgenuntersuchung des Fußes weiteren Aufschluss geben: Zeigen sich im Röntgenbild bestimmte knöcherne Veränderungen, ist dies ein wesentliches Anzeichen für einen angeborenen Plattfuß. Die Fußknochen stehen in einem anderen Gradwinkel zueinander als beim gesunden Fuß.

Um bei einem Plattfuß die geeignete Behandlung festlegen zu können, bestimmt der Arzt bei der Diagnose außerdem den Schweregrad der Fußfehlbildung:

  • Ein leichter Plattfuß vom Schweregrad 1 ist flexibel, was bedeutet: Der Arzt kann die Fehlstellung bei der Untersuchung mit den Händen (passiv) vollständig korrigieren und die Betroffenen können den Fuß selbst (aktiv) aufrichten, wobei die Achillessehne normal lang ist.
  • Auch ein Plattfuß vom Schweregrad 2 ist noch recht flexibel: Man kann ihn passiv korrigieren, wobei die Achillessehne jedoch leicht verkürzt ist.
  • Plattfüße vom Schweregrad 3 sind in ihrer Fehlstellung stärker fixiert – das heißt, dass man die Fehlstellung passiv nur teilweise korrigieren kann, wobei die Achillessehne verkürzt ist und der hintere Fußteil nach außen zeigt (Valgusstellung: Knickfuß).
  • Auch Plattfüße vom Schweregrad 4 sind in ihrer Fehlstellung teilweise fixiert, sodass eine passive Korrektur nur eingeschränkt gelingt; zur Achillessehnenverkürzung und Valgusstellung des hinteren Fußteils kommt noch eine Abspreizung des vorderen Fußes hinzu.
  • Bei einem Plattfuß vom Schweregrad 5 kann man die Fehlstellung nicht mehr korrigieren; die Ferse steht hoch, am Fußinnenrand ragt der Sprungbeinkopf deutlich hervor und der Vorderfuß ist ständig so abgespreizt, dass der innere Fußrand gehoben und der äußere abgesenkt ist.
Das Röntgenbild eines Plattfußes. © Okapia

Ein Plattfuß im Röntgenbild (© Sovereign/ISM/OKAPIA)


Wie steht es um Ihre Gesundheit?



Apotheken-Notdienst