Plasmozytom, multiples Myelom: Diagnose

Veröffentlicht von: Wiebke Raue (25. Januar 2016)

Ein Plasmozytom / multiples Myelom entdeckt der Arzt häufig durch Zufall – denn der Knochenmarkkrebs bereitet in frühen Stadien keine oder nur uncharakteristische Beschwerden.

Hat der Arzt den Verdacht, dass es sich um ein Plasmozytom oder ein multiples Myelom handeln könnte, wird er seinen Patienten zunächst nach seiner Krankheitsgeschichte befragen. So wird er beispielsweise wissen wollen, welche Beschwerden der Patient in letzter Zeit hatte oder ob bestimmte Erkrankungen bestehen.

Um die Diagnose zu sichern, wird der Arzt einige körperliche Untersuchungen durchführen. Hierzu zählen unter anderem:

  • eine Kontrolle der Blut- und Urinwerte: Der Arzt kann unter anderem feststellen, ob Paraproteine enthalten sind. Dies sind bestimmte Eiweißkörper, die von den Krebszellen produziert werden.
  • eine Knochenmarkuntersuchung: Mithilfe einer Knochenmarkpunktion entnimmt der Arzt eine Gewebeprobe aus dem Beckenkamm und untersucht die Plasmazellen im Knochenmark.
  • bildgebende Verfahren wie Röntgen, Computertomographie oder eine Magnetresonanztomographie (MRT): Die Magnetresonanztomographie gewinnt bei der Diagnose immer mehr an Bedeutung. Mit ihrer Hilfe kann der Arzt schon relativ früh beurteilen, wie weit sich der Tumor im Knochenmark ausgedehnt hat. Bei der Röntgenuntersuchung ist es erforderlich, das gesamte Skelett zu röntgen, weil ein multiples Myelom sowohl den Schädel als auch die Rippen und Wirbel, das Becken und den Oberschenkelknochen betreffen kann. Die Computertomographie kann Aufschluss darüber geben, wie stabil der Knochen ist.

Stadien

Zur Diagnose eines Plasmozytoms / multiplen Myeloms gehört auch, das Stadium der Krebserkrankung zu bestimmen. Multiple Myelome und Plasmozytome teilen Mediziner abhängig von der Masse der Tumorzellen (Myelomzellmasse) in drei Stadien ein:

  • Stadium I: Im Anfangsstadium treten noch keine Beschwerden auf. Der Arzt kann lediglich durch veränderte Blutwerte auf die Erkrankung aufmerksam werden. Zudem kommt es zu ersten Veränderungen in den Knochen.
  • Stadium II: In diesem Krankheitsstadium kann sich der Krebs durch Symptome bemerkbar machen. Es liegen Anzeichen für Knochenschwund (Osteoporose) vor. Zudem sind im Blut und Urin Eiweißbestandteile zu finden, die keine Funktion erfüllen (sog. Paraproteine).
  • Stadium III: Ein multiples Myelom im Endstadium ist gekennzeichnet durch eine große Tumormasse. Der Knochenabbau ist deutlich fortgeschritten. Die Calciumwerte im Blut sind erhöht, die Hämoglobinwerte niedrig. Im Blut und Urin sind reichlich Eiweißbestandteile zu finden, die keine Funktion erfüllen.

Da für die Prognose des multiplen Myeloms / Plasmozytoms die Nierenfunktion eine wichtige Rolle spielt, findet sie bei der Einteilung in die Stadien ebenfalls Berücksichtigung: Der Buchstabe A kennzeichnet eine normale Nierenfunktion, während B für eine eingeschränkte Nierenfunktion steht.


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