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Plasmozytom (multiples Myelom, Morbus Kahler)

Plasmozytom (multiples Myelom, Morbus Kahler): Definition

Stand: 28. Juli 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Das Plasmozytom (multiples Myelom, Morbus Kahler) gehört zu einer bestimmten Gruppe von Krebserkrankungen, die man als weniger bösartige (niedrigmaligne) Non-Hodgkin-Lymphome (NHL) bezeichnet. Der Begriff Non-Hodgkin-Lymphom bezeichnet per Definition jeden bösartigen Tumor, der seinen Ursprung im lymphatischen Gewebe hat (= malignes Lymphom), aber kein Morbus Hodgkin (Hodgkin-Lymphom) ist. Plasmozytome zeigen sich in Knochenmark und Knochen.

Die erste Beschreibung der heute als Plasmozytom bezeichneten Tumorerkrankung stammt aus dem Jahr 1873: Der Knochenmarkkrebs erhielt damals die Bezeichnung multiples Myelom, weil bei ihm typischerweise viele (multiple) Tumoren vorliegen, die vom Knochenmark ausgehen. 1889 veröffentlichte der Arzt Otto Kahler eine Beschreibung der Erkrankung, weshalb eine weitere Bezeichnung für das Plasmozytom Morbus Kahler lautet.

Die Zellen des lymphatischen Gewebes, von denen ein multiples Myelom abstammt, heißen Lymphozyten. Sie gehören zu den weißen Blutkörperchen und sind für die Immunabwehr verantwortlich. Es gibt zwei verschiedene Arten von Lymphozyten, die bei der Immunabwehr unterschiedliche Aufgaben erfüllen: B-Lymphozyten und T-Lymphozyten. Entsprechend ihrer Abstammung unterteilt man Lymphome in B-Zell-Lymphome und T-Zell-Lymphome. Das Plasmozytom geht von den B-Lymphozyten aus und ist somit ein B-Zell-Lymphom. B-Lymphozyten leiten sich von Stammzellen ab, einer Vorstufe der Blutzellen ( rote und weiße Blutkörperchen sowie Blutplättchen), und entwickeln sich zu Plasmazellen. Diese bilden sogenannte Immunglobuline, die als Antikörper wirksam sind.

Beim Plasmozytom vermehren sich die Plasmazellen im Knochenmark bösartig und bilden dann sogenannte monoklonale Antikörper. Monoklonal bedeutet, dass eine Gruppe identischer Zellen, die alle von einer einzigen Plasmazelle abstammen (ein sog. Zellklon), identische Antikörper bildet. Das Besondere an diesen beim Plasmozytom entstehenden Immunglobulinen ist, dass sie meist keine Antikörperfunktion besitzen (sog. Paraproteine). Die wuchernden Zellklone verdrängen die normale Blutbildung im Knochenmark. Letztendlich bilden sich beim Morbus Kahler viele einzelne Tumoren im Knochenmark (= multiple Myelome).

Häufigkeit

Unter allen Tumoren von Knochen und Knochenmark weist das Plasmozytom (multiples Myelom, Morbus Kahler) die größte Häufigkeit auf; insgesamt ist diese Krebserkrankung aber eher selten. Im Durchschnitt treten jährlich 3 neue Plasmozytom-Fälle pro 100.000 Einwohnern auf; die Zahlen variieren je nach ethnischer Herkunft. Die Erkrankungsrate steigt mit zunehmendem Alter; Männer sind häufiger betroffen als Frauen.

Weiterlesen: Plasmozytom (multiples Myelom, Morbus Kahler): Ursachen

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