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Pilzvergiftung (Myzetismus)

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (21. Juli 2015)

© Jupiterimages/Creatas Images

Pilze stehen bei vielen Menschen auf dem Speiseplan. Manche gehen eigens in den Wald, um selbst Pilze für die Pfanne zu sammeln. Gerät man aber hierbei an das falsche Pilzexemplar, kann eine Pilzvergiftung (Myzetismus) die gefährliche Folge sein.

Verantwortlich für eine Pilzvergiftung sind Pilzgifte, von denen manchmal bereits kleinste Mengen ausreichen, um schwere Vergiftungserscheinungen hervorzurufen. Je nach Giftpilz kann eine Pilzvergiftung tödlich enden.

Die Symptome einer Pilzvergiftung können innerhalb von Minuten bis Tagen eintreten und äußern sich meist durch

Je nachdem, welches Pilzgift die Pilzvergiftung hervorruft, sind außerdem Beschwerden wie Hautausschlag und Atembeschwerden möglich.

Sollten nach dem Verzehr von Pilzen Krankheitszeichen auftreten, muss es nicht immer eine Vergiftung sein. Eine Pilzunverträglichkeit oder eine Pilzallergie können ebenfalls Probleme wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall hervorrufen. Klären Sie wenn möglich ab, ob bei Ihnen eine Allergie oder Unverträglichkeit gegen Pilze vorliegt, bevor Sie diese essen.

Vorsicht ist beim Sammeln von Pilzen im Wald geboten. Laien ist es oft nicht möglich, bekömmliche Speisepilze von giftigen Pilzen zu unterscheiden. Erkundigen Sie sich deshalb vor dem Verzehr beziehungsweise schon vor dem Sammeln von Pilzen, welche Pilze giftig und welche zum Verzehr geeignet sind. Holen Sie sich im Zweifelsfall Rat durch einen zertifizierten Experten ein. Viele giftige Pilze ähneln den verzehrbaren bis auf kleine Details, wie es zum Beispiel beim Champignon und dem sehr giftigen Knollenblätterpilz der Fall ist.

Sollten Sie sich nicht sicher sein, ob ein Pilz, den Sie gefunden haben, giftig ist oder nicht, verzehren Sie ihn nicht. Essen Sie nur bekannte Pilze, deren Unbedenklichkeit Sie am besten durch einen Pilzsachverständigen bestätigen lassen, oder suchen Sie eine Pilzberatungsstelle auf. Ebenfalls sollten Sie verdorbene und besonders junge Pilze stehen lassen.

Sollten nach einer Pilzmahlzeit Beschwerden wie Magen-Darm-Probleme auftreten, sollten Sie eine Klinik aufsuchen oder eine Giftnotrufzentrale kontaktieren. Hier ist eine rasche erste Hilfe und eine unverzügliche ärztliche Behandlung wichtig, denn Pilzvergiftungen können tödlich enden.

Giftige Pilze

Es sind nicht nur giftige Pilze, die, wenn sie versehentlich im Kochtopf landen, zu einer Pilzvergiftung führen. Meistens kommt es durch unsachgemäße und / oder zu lange Lagerung von Pilzen zu einer Pilzvergiftung. Die meisten Speisepilze sind außerdem giftig, wenn man sie roh verzehrt. Nur der Zuchtchampion, der Steinpilz und einige wenige andere Arten können roh gegessen werden.

Giftige Pilze sind nicht immer leicht von essbaren Pilzen zu unterscheiden. Manche essbaren Exemplare haben giftige Doppelgänger, die nur schwer auseinanderzuhalten sind. Dazu gehören zum Beispiel:

essbare Pilze giftige Doppelgänger
Pfifferling (Cantharellus cibarius) Falscher Pfifferling (Hygrophoropsis aurantiaca)
Steinpilz, Herrenpilz (Boletus edulis)

Nadelholzhäubling (Galerina marginata)

Grünblättriger Schwefelkopf (Hypholoma fasciculare)

Schopftintling (Coprinus comatus) Grauer Faltentintling (Coprinus atramentarius)
Speisemorchel (Morchella esculenta) Frühlingslorchel (Gyromitra esculenta)
Violetter Rötelritterling (Lepista nuda) Lila Dickfuß (Cortinarius traganus)
Schafchampignon (Agaricus arvensis) Weißer Knollenblätterpilz (Amanita virosa)
Mairitterling (Calocybe gambosa) Mai-Rißpilz (Inocybe patouillardii)
Grauer Wulstling (Amanita excelsa) Pantherpilz (Amanita pantherina)
Nebelkappe (Clitocybe nebularis) Riesenrötling (Entoloma sinuatum)
Erd-Ritterling (Tricholoma terreum) Tiger-Ritterling (Tricholoma tigrinum)


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