Phimose (Vorhautverengung): Phimose-OP

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (05. Oktober 2015)

Bei einer Phimose (Vorhautverengung) kann die Therapie auch in einer Operation bestehen. Unter bestimmten Umständen macht die Phimose eine OP sogar notwendig, zum Beispiel:

  • bei Vernarbungen durch wiederholte Vorhautentzündungen, infolge von Verletzungen oder durch gewaltsame Versuche, die verengte Vorhaut zurückzuziehen
  • bei einer Paraphimose
  • wenn die Harnentleerung behindert ist

Der Eingriff ist klein und kann in der Regel ambulant erfolgen. Meist dauert die Phimose-OP nur wenige Minuten. Es empfiehlt sich, dass Sie die Phimose bei Kindern erst ab dem dritten Lebensjahr durch eine Operation behandeln lassen: Zum einen sind viele Kinder dann schon trocken, zum anderen kann die (physiologische) Vorhautverengung beim Kleinkind bis zum dritten Lebensjahr immer noch ohne Behandlung (spontan) verschwinden.

Bereits vor dem dritten Lebensjahr ist die Phimose-OP jedoch dann ratsam, wenn eine extreme Vorhautverengung mit Schwierigkeiten beim Wasserlassen, wiederholten Entzündungen oder einer vernarbten Vorhautöffnung vorliegt: Dann kann die Operation Folgeschäden verhindern. Im Anschluss an den Eingriff ist eine Nachbehandlung in Form einer sorgfältigen Wundbehandlung wichtig.

Behandlungstechniken

Die Phimose-OP kann unterschiedlich aussehen. Meist besteht die operative Therapie der Vorhautverengung in einer Beschneidung (Zirkumzision). Dabei stehen verschiedene Behandlungstechniken zur Verfügung:

  • Es erfolgt entweder eine sparsame Beschneidung, bei der ein Teil der Vorhaut erhalten bleibt,
  • oder eine radikale (vollständige) Beschneidung der Vorhaut, wonach die Eichel vollständig freiliegt.

Eine weitere Behandlungstechnik zur Behebung der Vorhautverengung ist die Abschnürung – zum Beispiel mithilfe der sogenannten Plastikglockenmethode: Hierzu schiebt der Arzt eine Plastikglocke unter der gespreizten Vorhaut über die Eichel und bindet die Vorhaut entlang eine Rinne in der Glockenwand mit einem Faden ab. Der abgeschnürte Vorhautrest stirbt ab und fällt nach einigen Tagen ab. Infrage kommt diese Behandlung vor allem im frühen Kleinkindalter. Bei sehr starker, narbiger Phimose und verkürztem Vorhautbändchen ist sie meist nicht anwendbar. In Deutschland kommt die Methode jedoch eher selten zum Einsatz, weil sie meist schlechtere kosmetische Ergebnisse erzielt und ein höheres Komplikationsrisiko in sich birgt.

Wenn Sie sich nicht beschneiden lassen möchten, können Sie die Vorhautverengung durch eine Erweiterungsplastik behandeln lassen: Bei dieser Behandlungstechnik erweitert der Operateur die Vorhautöffnung durch eine spezielle Schnittführung und Nahttechnik. Die Vorhaut selbst bleibt bei dieser Phimose-OP fast völlig erhalten. Daneben ist es möglich, das Vorhautbändchen zu verlängern (Frenulumplastik), was allerdings meist zusammen mit einer Beschneidung erfolgt.

Eine trotz Phimose gewaltsam hinter die Eichel zurückgestreifte Vorhaut, die sich nicht mehr zurückschieben lässt, stellt einen urologischen Notfall dar. Bei dieser sogenannten Paraphimose ist eine Operation ratsam, bei der an einer Stelle ein kleiner Einschnitt in die Vorhaut erfolgt (sog. dorsale Inzision). Mithilfe dieser Behandlungstechnik kann man akute Schäden durch Mangeldurchblutung vermeiden. Sobald die Entzündungsreaktion abklingt, ist zusätzlich eine Beschneidung notwendig, um die Vorhautverengung endgültig zu beseitigen.


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