Phimose (Vorhautverengung): Definition

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (05. Oktober 2015)

Bei einer Phimose (bzw. Vorhautverengung) besteht ein Missverhältnis zwischen der Größe der Eichel und der dehnbaren Weite der Vorhautöffnung. Dadurch lässt sich die Vorhaut (Präputium) gar nicht oder nur unter Schwierigkeiten über die Eichel des Penis zurückziehen.

Man unterscheidet bei der Vorhautverengung per Definition zwei Formen: die primäre und die sekundäre Phimose.

Primäre Phimose

Die primäre Phimose ist eine angeborene Vorhautverengung – die Vorhaut ist also von Geburt an verengt. Allerdings ist zu beachten, dass bei Kleinkindern eine nicht zurückziehbare Vorhaut völlig normal ist (sog. Vorhautverklebung oder physiologische Phimose).

Daher ist es wichtig, die Vorhaut bei Kindern in den ersten Lebensjahren niemals gewaltsam zurückzuziehen.

Meist lässt sich die Vorhaut ab dem dritten bis fünften Lebensjahr zumindest weitgehend zurückziehen. Ist dies nicht möglich, kann das auf eine krankhafte primäre Phimose hindeuten. Aber auch dann kann sich die Vorhautverengung noch von selbst geben:

  • Bei Eintritt ins schulpflichtige Alter haben noch bis zu 8 Prozent der Jungen eine Phimose,
  • während in der Altersgruppe der 16- bis 18-Jährigen nur noch 1 Prozent der Jugendlichen betroffen ist.

Eine Behandlung der Phimose ist dann notwendig, wenn in den ersten Lebensjahren wiederholt Entzündungen oder Schwierigkeiten beim Wasserlassen auftreten. Wenn sich bei den Kindern die Vorhaut beim Wasserlassen aufbläht, ohne dass der Harnstrahl abgeschwächt ist, ist dies alleine allerdings noch kein Zeichen für eine krankhafte Vorhautverengung.

Sekundäre Phimose

Als sekundäre Phimose bezeichnet man eine erworbene – also erst im Lauf des Lebens entstandene – Vorhautverengung: Zunächst ist die Vorhaut bei den betroffenen Kindern oder Erwachsenen normal weit. Durch wiederholte Entzündungen oder durch gewaltsame Einwirkungen mit Einrissen, Blutungen oder entzündlicher oder narbiger Abheilung kann jedoch eine narbige Phimose entstehen, denn: Narbengewebe neigt dazu, zu schrumpfen. Das schrumpfende Narbengewebe kann die Vorhaut so stark verengen, dass es ratsam ist, die Verengung zu beseitigen.

Die sekundäre Phimose tritt häufig bei Diabetikern auf.

Bevor sich eine sekundäre Phimose bildet, ist die Vorhaut des betroffenen Kindes oder Erwachsenen normal weit und lässt sich über die Eichel zurückziehen.


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