Pfeiffersches Drüsenfieber (Mononukleose)

Pfeiffersches Drüsenfieber (Mononukleose): Ursachen

Stand: 26. Oktober 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Auslöser: Epstein-Barr-Virus (EBV)

Pfeiffersches Drüsenfieber (infektiöse Mononukleose) hat seine Ursachen in bestimmten Viren – den Epstein-Barr-Viren (EBV). Es sind DNA-Viren, die zur Familie der Herpesviren gehören. Der Name stammt von den Entdeckern: M. A. Epstein und Y.-M. Barr wiesen das Epstein-Barr-Virus im Jahre 1964 erstmals nach.

Übertragungswege

Das Virus wird hauptsächlich über Mund-zu-Mund-Kontakt (oral) übertragen. Deswegen ist das pfeiffersche Drüsenfieber auch als "kissing disease" (Kusskrankheit) bekannt. Wesentlich seltener ist die Übertragung durch Geschlechtsverkehr (genitale Übertragung).

Übertragung durch einen Kuss
Übertragung durch einen Kuss

Die Viren gelangen bei der Übertragung über den Mund zuerst in die Schleimhautzellen (Epithelzellen) im Rachenraum. Bei der Übertragung durch Geschlechtsverkehr befallen sie die Epithelzellen in der Scheide beziehungsweise im Gebärmutterhals.

Dort vermehren sich die Viren stark und befallen die sogenannten B-Lymphozyten. Die B-Lymphozyten sind Zellen des lymphatischen Systems, welches wiederum Teil des Abwehrsystems (Immunsystems) des Körpers ist. Die B-Lymphozyten produzieren Antikörper, die in den Körper eingedrungene Krankheitserreger bekämpfen.

Die Epstein-Barr-Viren ändern die Eigenschaften dieser B-Lymphozyten: Sie bewirken, dass sie sich teilen und vermehren. Weiterhin sorgen sie dafür, dass die B-Lymphozyten bestimmte Antikörper produzieren (sog. heterophile Antikörper).

Über die Lymph- und Blutbahnen verteilen sich die veränderten B-Lymphozyten im Körper. So gelangen sie etwa zu den Lymphknoten und inneren Organen wie der Leber und der Milz. Die B-Lymphozyten bilden bestimmte Stoffe, die dafür verantwortlich sind, dass sich die genannten Organe vergrößern. Deswegen schwellen zum Beispiel die Lymphknoten beim pfeifferschem Drüsenfieber an.

Bei Menschen mit einem intakten Abwehrsystem beseitigt der Körper die infizierten B-Lymphozyten mittels anderer Abwehrzellen und überwindet so die Erkrankung.

Inkubationszeit

Der Zeitraum zwischen der Übertragung des Erregers und dem Auftreten der ersten Symptome (sog. Inkubationszeit) liegt bei Kindern und Jugendlichen zwischen einer und drei Wochen (im Durchschnitt bei zehn Tagen). Bei Erwachsenen bricht das pfeiffersche Drüsenfieber später aus: Hier liegt die Inkubationszeit zwischen vier und acht Wochen.

Weiterlesen: Pfeiffersches Drüsenfieber (Mononukleose): Symptome

Das könnte Sie auch interessieren

Krankheitsgebiete

Krankheitsgebiete

Von A wie Allergien bis Z wie Zahnerkrankungen – hier finden Sie alle Krankheiten nach Krankheitsgebieten sortiert. mehr ...

Weitere Themen:

Am häufigsten gelesen

Sudoku

Sudoku

Sudoku spielen fördert das logische Denken und die Konzentrationsfähigkeit und hilft Ihnen, Ihr Gedächtnis spielerisch zu trainieren. mehr ...

Weitere Themen:

Disclaimer:

© 2012 gofeminin.de GmbH – Das Informationsangebot rund um die persönliche Gesundheit auf www.onmeda.de dient ausschließlich Ihrer Information und ersetzt in keinem Fall eine persönliche Beratung, Untersuchung oder Diagnose durch einen approbierten Arzt. Die auf Onmeda zur Verfügung gestellten Inhalte können und dürfen nicht zur Erstellung eigenständiger Diagnosen und/oder einer Eigenmedikation verwendet werden. Bitte beachten Sie auch den Haftungsausschluss sowie unsere Hinweise zu den Bildrechten.