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Stand: 27. April 2012Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Bei der Pest ist der Verlauf davon abhängig, in welcher Erscheinungsform die Krankheit auftritt. Die meisten Fälle verlaufen nach plötzlichem und heftigem Beginn fortschreitend. Ohne Behandlung können die ursächlichen Erreger bei allen Formen der Pest im weiteren Krankheitsverlauf in den Blutkreislauf gelangen (Blutvergiftung: sog. Pestsepsis), sodass eine schwere allgemeine Infektion des gesamten Organismus entsteht.
Neben den schweren Verlaufsformen sind bei der Pest aber auch leichte Verläufe möglich: Die sogenannte abortive Pest ist eine milde Form der Pest mit schwachem Verlauf und gering ausgeprägten Symptomen. Sie geht oft nur mit niedrigem Fieber und einer leichten Lymphknotenschwellung einher; es bildet sich höchstens eine Pestbeule.
Der Pest-Verlauf und die frühe Behandlung der Krankheit mit Antibiotika bestimmen die Prognose in hohem Maß: Bei einer frühzeitig erkannten und behandelten Pest können die Chancen auf Heilung sehr hoch sein: Durch den raschen Einsatz von Antibiotika kann man die Zahl der Fälle mit tödlichem Ausgang bei der Beulenpest auf 1 bis 5 Prozent senken, bei Lungenpest auf 20 bis 50 Prozent. Kommen die Antibiotika jedoch später als etwa 15 Stunden nach Ausbruch der Symptome zum Einsatz, sind die Aussichten auf eine erfolgreiche Behandlung sehr gering. Ohne Behandlung beträgt die Sterblichkeit bei der Pestsepsis und der Lungenpest bis zu 100 Prozent.
Jede überstandene Pest (auch bei mildem Verlauf) verleiht den Betroffenen eine lang andauernde, aber nicht völlige Immunität.
Vor allem ohne schnelle Behandlung ist die Pest im weiteren Verlauf mit schweren Komplikationen verbunden: So können Beulen- und Lungenpest ebenso wie Hautpest, Pestlaryngitis oder Pestmeningitis in eine mit hoher Sterblichkeit verbundene Pestsepsis übergehen, wenn im Krankheitsverlauf die ursächlichen Bakterien in den Blutkreislauf gelangen. Als Komplikation einer Beulenpest kann auch eine Lungenpest auftreten.
Bei einer eigentlich erfolgversprechenden raschen Antibiotika-Therapie der Pest können Komplikationen auftreten, wenn sich die Pesterreger als widerstandsfähig (resistent) gegen die eingesetzten Mittel erweisen: In Südostasien (Madagaskar) gelang der Nachweis von Pest-Erregern, die eine Resistenz gegen mehrere Antibiotika entwickelt haben und eine Therapie unter Umständen erschweren können.
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