Pest: Verlauf

Veröffentlicht von: Astrid Clasen (08. Oktober 2015)

Bei der Pest ist der Verlauf davon abhängig, in welcher Erscheinungsform die Krankheit auftritt. Die meisten Fälle verlaufen nach plötzlichem und heftigem Beginn fortschreitend.

Ohne Behandlung können die ursächlichen Bakterien (Yersinia pestis aus der Gattung der Yersinien) bei allen Formen der Pest in den Blutkreislauf gelangen, sodass eine Blutvergiftung entsteht – die sogenannte Pestsepsis: Dies ist eine schwere allgemeine Infektion des gesamten Organismus.

Neben den schweren sind aber auch leichte Krankheitsverläufe möglich: Die sogenannte abortive Pest ist eine milde Form mit gering ausgeprägten Symptomen. Sie geht oft nur mit niedrigem Fieber und einer leichten Lymphknotenschwellung einher; es bildet sich höchstens eine Pestbeule.

Prognose

Die frühe Behandlung der Pest mit Antibiotika bestimmt die Prognose in hohem Maß:

Bei einer frühzeitig erkannten und behandelten Pest können die Chancen auf Heilung sehr hoch sein!

Durch den raschen Einsatz von Antibiotika kann man die Zahl der Fälle mit tödlichem Ausgang bei der Beulenpest auf 1 bis 5 Prozent senken, bei Lungenpest auf 20 bis 50 Prozent. Kommen die Antibiotika jedoch später als etwa 15 Stunden nach Ausbruch der Pest zum Einsatz, sind die Aussichten auf eine erfolgreiche Behandlung sehr gering. Ohne Behandlung beträgt die Sterblichkeit bei der Pestsepsis und der Lungenpest bis zu 100 Prozent.

Jede überstandene Pest – auch eine milde – verleiht den Betroffenen eine lang andauernde, aber nicht völlige Immunität.

Komplikationen

Vor allem ohne schnelle Behandlung ist die Pest im weiteren Verlauf mit schweren Komplikationen verbunden: So können Beulen- und Lungenpest ebenso wie Hautpest, Pestlaryngitis oder Pestmeningitis in eine mit hoher Sterblichkeit verbundene Pestsepsis übergehen, wenn die Yersinien in den Blutkreislauf gelangen. Als Komplikation einer Beulenpest kann auch eine Lungenpest auftreten.

Bei einer eigentlich erfolgversprechenden raschen Antibiotikabehandlung der Pest können Komplikationen auftreten, wenn sich die Pesterreger als widerstandsfähig (resistent) gegen die eingesetzten Mittel erweisen: In Madagaskar gelang schon vor Jahren der Nachweis von Yersinien, die eine Resistenz gegen mehrere Antibiotika entwickelt haben und eine Therapie unter Umständen erschweren können.


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