Pest: Ursachen

Veröffentlicht von: Astrid Clasen (08. Oktober 2015)

Erreger

Die Pest hat ihre Ursachen in einem bestimmten Erreger: dem stäbchenförmigen Bakterium namens Yersinia pestis, das zur Gattung der Yersinien gehört. Benannt sind die Yersinien nach dem Schweizer Bakteriologen Alexandre Yersin, der den Pesterreger im Jahr 1894 entdeckte.

Der Erreger der Pest kann im Boden bis zu sieben Monate, auf Kleidung knapp ein halbes Jahr und in infizierten toten Tieren bei 35 Grad Celsius bis zu zwei Monate überleben. Auf Sonnenlicht reagieren die Yersinien empfindlich. Schnell abtöten lassen sich die Pestbakterien durch hohe Temperaturen und durch Desinfektionsmittel.

Übertragung

Der Mensch kann sich auf verschiedenen Wegen mit der Pest anstecken: Möglich ist die Übertragung der Pesterreger ...

  • von infizierten Tieren auf den Menschen oder
  • von Mensch zu Mensch.

Verantwortlich für die Übertragung der Pest von Tier zu Mensch sind typischerweise Flöhe. Diese Parasiten leben auf der Körperoberfläche ihrer infizierten Wirte: Dabei handelt es sich um wild lebende Nagetiere (wie Mäuse, Ratten, Hörnchen). Durch ihre Stiche nehmen die Flöhe die Pestbakterien auf und übertragen sie weiter.

Die Rattenpest ist ein Vorläufer von Pestepidemien beim Menschen: Rattenflöhe infizieren sich an bereits erkrankten Ratten. Bei der Suche nach einem neuen Wirt kann es passieren, dass – weil bereits viele Ratten durch die Pest verendet sind – die Flöhe einen Menschen als Ersatzwirt wählen und ihn so anstecken. Im Grunde ist der Mensch jedoch ein Fehlwirt.

Man sieht ein Streifenhörnchen auf einer Wiese. © Jupiterimages/Hemera

Die Pest kommt als Tierseuche nicht nur bei Ratten vor. Auch andere wild lebende Nagetiere – wie dieses Streifenhörnchen – oder sonstige Kleinsäuger (z.B. Kaninchen) können sich mit dem Pesterreger infizieren.

Die Pest kann sich aber auch durch direkten Kontakt mit einem infizierten Nagetier oder indirekt über verseuchte Gegenstände von Tier zu Mensch übertragen.

Von Mensch zu Mensch kann sich die Pest ebenfalls über einen Flohstich ausbreiten: Für die Übertragung der Pesterreger von infizierten zu nicht-infizierten Menschen sorgen dabei keine Rattenflöhe, sondern Menschenflöhe. Daneben können sich Menschen untereinander (bei Lungenpest) durch Tröpfcheninfektion anstecken (also durch Einatmen kleinster infektiöser Tröpfchen, die z.B. durch Sprechen oder Husten infizierter Menschen in die Luft gelangt sind). Ein seltener Übertragungsweg ist dagegen die Aufnahme von infiziertem Material über den Mund (oral).

Inkubationszeit

Bei der Pest hängt die Inkubationszeit (d.h. die Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit) von der Erkrankungsform ab:

  • Lungenpest: wenige Stunden bis 3 Tage
  • Beulenpest: 2 bis 6 Tage

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