Pest: Geschichte der Pest

Veröffentlicht von: Astrid Clasen (08. Oktober 2015)

Die Pest hat eine lange Geschichte: Erste Berichte über die Krankheit reichen bis in die Antike zurück. In der Vergangenheit breitete sie sich wiederholt in schweren Seuchenzügen über Europa und Asien aus. Bei der sogenannten Pest des Thukydides – einer vom griechischen Historiker Thukydides um 430 vor Christus beschriebenen Seuche, die sich während des Peloponnesischen Kriegs im belagerten Athen ausbreitete – handelte es sich jedoch nach heutigen Erkenntnissen um eine Fleckfieber-Epidemie oder Pocken-Epidemie.

Dagegen trägt die im 6. bis 8. Jahrhundert nach Christus verbreitete sogenannte Justinianische Pest ihren Namen wahrscheinlich zu Recht. Sie breitete sich im Byzantinischen Reich außer in Konstantinopel in vielen Städten der Region aus und trat dort in den folgenden 200 Jahren örtlich begrenzt (d.h. endemisch) immer wieder auf.

In Europa wütete die Pest im Mittelalter verheerend: Zwischen 1347 und 1349 breitete sich eine Pestepidemie in Europa und im Nahen Osten über mehrere Länder aus (sog. Pandemie) und forderte etwa 25 Millionen Todesopfer. Dies entsprach etwa einem Drittel der damaligen Bevölkerung. Seit dem 14. Jahrhundert kam es immer wieder zu mehr oder minder schweren Epidemien.

Erst seit dem 17. Jahrhundert bezeichnete man die Pest auch als Schwarzen Tod. 1896 nahm die bisher letzte Pestpandemie ihren Ausgang in Asien. Sie dauerte etwa 50 Jahre an. Erstmals traten dabei – wegen der Verbreitung infizierter Ratten über die Handelsschifffahrt – Krankheitsfälle in allen großen Häfen der Welt auf. Durch diese letzte große Pandemie starben ungefähr 12 Millionen Menschen.

Obwohl die Pest in Deutschland der Vergangenheit angehört, ist ihre Geschichte noch nicht beendet: Auch heute treten – vor allem in Teilen Asiens (z.B. Russland, Kasachstan, China, Indien, Vietnam), Afrikas (z.B. Madagaskar, Kongo, Tansania) und Amerikas (z.B. Peru, Südwesten der USA) – immer noch örtlich begrenzt Pestfälle auf. So infizierten sich in den letzten Jahrzehnten in ländlichen Gebieten der USA jährlich bis zu 17 Menschen mit dem ursächlichen Bakterium Yersinia pestis. In Nationalparks gilt die nachdrückliche Warnung davor, Nagetiere (wie Eichhörnchen, Streifenhörnchen) zu streicheln, um solche Infektionen zu vermeiden.


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