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Pest: Definition

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (08. Oktober 2015)

Die Pest (oft auch als Schwarzer Tod bezeichnet) ist eine hochgradig ansteckende, durch Bakterien namens Yersinia pestis verursachte Infektionskrankheit. Die Bezeichnung der Erkrankung leitet sich von dem lateinischen Begriff pestis ab und bedeutet Seuche beziehungsweise Verderben.

Die Pest führt schnell zu Epidemien (d.h. Massenerkrankungen) und hat in der Vergangenheit unzählige Todesopfer gefordert.

Die Pest ist eine sogenannte Zoonose (= von Tieren auf Menschen übertragbare Erkrankung): Eigentlich ist sie eine Krankheit wild lebender Nagetiere, wobei auch deren Flöhe – wie zum Beispiel Rattenflöhe – den Pesterreger in sich tragen und durch ihre Stiche zwischen den Nagetieren verbreiten.

Über infizierte Tiere können sich auch Menschen anstecken – meistens passiert dies über einen Flohstich. Nachfolgend ist eine Übertragung der Pest von Mensch zu Mensch möglich.

Die Pest tritt in drei Hauptformen auf:

  • Beulenpest: auch Bubonenpest genannt; häufigste Form, entsteht durch Stiche infizierter Flöhe
  • Pestsepsis: entsteht meist sekundär aus anderen Formen, aber auch primär durch Flohstiche oder durch Kontaktinfektion, indem infiziertes Material durch Hautverletzungen eindringt
  • Lungenpest: seltene Form, entsteht durch Tröpfcheninfektion (hochansteckend) oder sekundär durch Ausbreitung einer Beulenpest

In seltenen Fällen kann die Pest auch in Form einer örtlichen Infektion auftreten:

  • bei einer Infektion der Haut als Hautpest (kommt auch im Rahmen einer Pestsepsis vor),
  • bei Entzündung der Hirnhäute als Pestmeningitis oder
  • bei Befall des Kehlkopfs als Pestlaryngitis (entsteht wahrscheinlich durch Aufnahme des Pesterregers über den Mund).

Verbreitung

Die heutige Verbreitung der Pest beruht nur noch auf der Verbreitung pestinfizierter wild lebender Nagetiere: Diese kommen in Ost- und Zentralafrika, Zentralasien, Südamerika und den Rocky Mountains der USA vor. Entsprechend tritt die Erkrankung heute zum Beispiel noch in der Demokratischen Republik Kongo, Tansania, Madagaskar, Russland, Kasachstan, Iran, China, Indien, Vietnam, Myanmar, Peru und im Südwesten der USA auf. Das Risiko, sich mit Pest zu infizieren, besteht heutzutage besonders für dortige Bewohner von Bergwäldern und Hochflächen sowie für Jäger.

Das in letzter Zeit weltweit am stärksten von Pest betroffene Land ist Madagaskar: Der dortige Ausbruch im September 2014 beispielsweise kostete 79 Menschenleben.

Die Verbreitung der Pest in Europa ist seit Längerem gleich null. In Deutschland sind in den letzten Jahrzehnten nicht einmal importierte Fälle aufgetreten.

Rechtliches

Nach dem Infektionsschutzgesetz sind der Krankheitsverdacht, die Erkrankung, der Tod durch Pest, der direkte oder indirekte Nachweis des Pesterregers sowie Nachweise, die auf eine akute Pestinfektion hinweisen, namentlich zu melden.

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