PCO-Syndrom (PCOS, polyzystisches Ovarialsyndrom): Therapie

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (23. Februar 2015)

Beim PCO-Syndrom (PCOS, polyzystisches Ovarialsyndrom) richtet sich die Therapie vor allem danach, ob die Frau Kinder bekommen möchte oder nicht.

Zum einen ist das Ziel der Therapie, die bestehenden Symptome zu lindern. Zum anderen wird der Arzt versuchen, den Stoffwechsel zu normalisieren, um so mögliche Spätfolgen zu verhindern, etwa Diabetes mellitus oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Viele Frauen mit PCO-Syndrom leiden unter Übergewicht. Häufig können sie allein durch eine Gewichtsabnahme schon erreichen, dass sich ihr Zyklus reguliert und Eisprünge einsetzen. Hat man bei Ihnen ein PCO-Syndrom festgestellt und möchten Sie abnehmen, ist es empfehlenswert, dass Sie Ihre Ernährung umstellen und sich ausreichend bewegen.

  Frauen mit Übergewicht, die am PCO-Syndrom leiden, können mit einer Gewichtsabnahme die Beschwerden lindern. © Jupiterimages/Pixland

Frauen mit Übergewicht, die am PCO-Syndrom leiden, können mit einer Gewichtsabnahme die Beschwerden lindern.


Auch Diabetesmedikamente werden manchmal beim PCO-Syndrom angewendet, vor allem Metformin. Dieser Wirkstoff verbessert die Wirkung des Insulins, sodass der Blutzucker besser abgebaut wird und der Blutzuckerspiegel sinkt.

Ohne Kinderwunsch

Gegen die typischen Hormonstörungen kann eine hormonelle Therapie zum Einsatz kommen, bei der die Frau eine antiandrogene Antibabypille einnimmt. Diese Behandlungsform ist aber nur für Frauen ohne Kinderwunsch geeignet, da die Antibabypille gleichzeitig eine verhütende Wirkung hat. Zum einen gelingt es durch die Hormonpräparate, deren Zusammensetzung gegen männliche Hormone wirkt, den mit dem PCO-Syndrom verbundenen hormonellen Teufelskreis zu durchbrechen. Zum anderen wirkt diese PCOS-Therapie auch gegen unerwünschte Folgeerscheinungen wie eine veränderte Behaarung (Haarausfall auf dem Kopf, männlicher Behaarungstyp) und Hautprobleme.

Ist zu viel milchbildendes Hormon (Prolaktin) vorhanden, kann man auch seine Konzentration durch Medikamente senken.

Mit Kinderwunsch

Für Frauen mit PCO-Syndrom, die schwanger werden möchten, sind verhütend wirkende Hormone zur PCOS-Therapie nicht geeignet. Frauen mit Kinderwunsch bekommen daher Kortisonpräparate in niedriger Dosierung. Diese unterdrücken, dass die Nebennieren männliche Hormone bilden.

Wenn trotz dieser Behandlung kein normaler Zyklus einsetzt, besteht die Möglichkeit, den Eisprung (Ovulation) durch Antiöstrogene (z.B. Clomifen) anzuregen.

Wenn der Blutzuckerspiegel erhöht ist, was beim PCO-Syndrom oft der Fall ist, ist zur Therapie der Wirkstoff Metformin geeignet: Er senkt den Blutzuckerspiegel und regt – ebenso wie Clomifen – den Eisprung und die Follikelbildung an. Metformin ist eigentlich ein Wirkstoff gegen Typ-2-Diabetes und in Deutschland nicht zur Therapie des PCO-Syndroms zugelassen – der Arzt kann es jedoch dennoch verschreiben, wenn er seinen Patienten entsprechend aufklärt.

Bei erfolgloser Clomifen-Therapie kann Ihr Arzt Ihnen auch spezielle Hormone, sogenannte Gonadotropine, spritzen. Allerdings ist eine solche Behandlung mit einem erhöhten Risiko für eine plötzliche, übermäßige Bildung von Eibläschen und einer erhöhten Wahrscheinlichkeit für höhergradige Mehrlingsschwangerschaften verbunden. Diese PCOS-Therapie erfordert eine engmaschige, teilweise sogar tägliche Kontrolle. Lassen Sie Ihr polyzystisches Ovarialsyndrom unbedingt nur von erfahrenen Frauenärzten behandeln.

In manchen Fällen kann bei Frauen mit PCO-Syndrom und Kinderwunsch auch eine Operation sinnvoll sein. Bei der operativen PCOS-Therapie punktiert der Operateur die überzähligen Zysten im Rahmen einer Bauchspiegelung (laparoskopisch) und zerstört sie mit Hitze oder einem Laser.


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