Parodontitis ("Parodontose"): Gefahr für die Zähne

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (11. Oktober 2017)

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Parodontitis (veraltet: Parodontose) ist eine der häufigsten Zahnerkrankungen. Ursache sind in der Regel festhaftende Zahnbeläge (Plaque). Damit ist Parodontitis letztlich die Folge einer ungenügenden Zahnpflege und Mundhygiene.

Bei vielen Betroffenen wird eine Parodontitis erst nach dem 40. Lebensjahr diagnostiziert, auch wenn die ersten Anzeichen oft schon früher auftreten. Durch ihren langsamen und schleichenden Verlauf bleibt die Parodontitis jedoch meist unauffällig und wird daher häufig erst sehr spät bemerkt.

Was ist Parodontitis?

Eine Parodontitis ist eine Entzündung des Zahnbetts (Zahnhalteapparats). Diese wird meist durch eine bakterielle Infektion verursacht, die zuerst eine Zahnfleischentzündung hervorruft und sich dann auf den Kieferknochen ausbreiten kann. Unbehandelt kann eine Parodontitis auf lange Sicht zum Zahnverlust führen.

Parodontitis ("Parodontose"): Das sind die Ursachen

Eine Parodontitis (veraltet: Parodontose) ist eine Entzündung des Zahnbetts. Ursache ist in der Regel eine Zahnfleischentzündung (Gingivitis), die durch Bakterien ober- und unterhalb des Zahnfleischrands ausgelöst wird. Bakterien, die sich anfangs noch auf der Zahnoberfläche befinden, können nach und nach bis zur Zahnwurzel vordringen. Dort lassen sich die Keime über die normale tägliche Zahnpflege nicht mehr erreichen und auch nicht beseitigen. Die Bakterien können sich nun ungestört weiter vermehren.

Mangelnde Zahnpflege

Meist ist die Parodontitis eine Folge von mangelnder Zahnpflege, denn dadurch bildet sich auf Dauer ein festhaftender bakterieller Zahnbelag auf der Zahnoberfläche: die sogenannte Plaque. Lagert der Zahnbelag Mineralien ein und verkalkt, entsteht Zahnstein. Dieser lässt sich nicht mehr mit der Zahnbürste entfernen. Da sich die Bakterien auf diese Weise dauerhaft am Zahn ansiedeln, können sie zu entzündlichen Prozessen führen, die in Schüben immer wieder aufflammen und kurzzeitig akut werden kann.

Diese langfristigen Entzündungsprozesse können bewirken, dass das Zahnfleisch zurückweicht, nicht mehr dicht am Zahn anliegt und schließlich eine Lücke dazwischen entsteht. Mediziner sprechen dann von Zahnfleischtaschen. Hier können sich Bakterien ansammeln und Entzündungen auslösen. Auf Dauer kann das den Kieferknochen angreifen und in der Folge dazu führen, dass sich die Zähne lockern oder sogar ausfallen.

Illustration: Entstehung einer Parodontitis © iStock

Gesundes Zahnfleisch liegt dicht am Zahn an. Bei einer Parodontitis weicht das Zahnfleisch zurück, sodass Zahnfleischtaschen entstehen. Hier können sich Bakterien ansammeln.

Mechanische Reize

Neben mangelnder Zahnpflege und Mundhygiene können aber auch mechanische Reize Ursache einer Parodontitis sein, so zum Beispiel:

Vorerkrankungen

Ebenso kann im Rahmen einiger Erkrankungen (wie z.B. Diabetes mellitus, Morbus Crohn) der Zahnhalteapparat und dadurch auch das Zahnfleisch mit betroffen sein. In seltenen Fällen entsteht eine Parodontitis als Nebenwirkung eines Medikaments.

Rauchen

Nachweislich steigert Rauchen das Risiko für eine Parodontitis und erschwert auch deren Heilung. Rauchen verschlechtert allgemein die Durchblutung im Gewebe und dadurch auch im Zahnfleisch.

Schwangerschaft

Bei Schwangeren begünstigen die hormonellen Umstellungen unter anderem auch Zahnfleischentzündungen. Diese können sich unbehandelt bis zu einer Parodontitis ausweiten. Damit die Entzündungen komplikationslos abheilen, ist in der Schwangerschaft eine gründliche Zahnpflege und Mundhygiene ratsam.

Häufigkeit von Parodontitis

Eine Parodontitis tritt bei mehr als acht von zehn Erwachsenen auf. Damit ist sie eine der häufigsten Infektionskrankheiten des Menschen.

Ab dem 40. Lebensjahr wird Parodontitis besonders oft diagnostiziert. Die ersten Veränderungen am Zahnfleisch und Zahnhalteapparat sind allerdings bereits Jahre davor vorhanden. Eine Parodontitis entwickelt sich ab diesem Alter am stärksten an den Frontzähnen und den vorderen Backenzähnen des Ober- und Unterkiefers. Entzündliche Zahnfleischerkrankungen können sich allerdings auch schon im Kindes- und Jugendalter zeigen.

Ist eine Parodontitis dasselbe wie eine Parodontose?

Viele Menschen kennen die Parodontitis auch unter der Bezeichnung "Parodontose". Genaugenommen handelt es sich bei einer Parodontose jedoch um einen Sammelbegriff für entzündliche und nicht-entzündliche Erkrankungen des Zahnhalteapparats. Oftmals werden beide Begriffe umgangssprachlich gleichbedeutend verwendet, auch wenn das nicht korrekt ist. Die Bezeichnung Parodontose gilt inzwischen veraltet.

Parodontitis ("Parodontose"): Typische Symptome

Bei einer Parodontitis (veraltet: Parodontose) entwickeln sich die Symptome schleichend. In der Regel macht sich eine Parodontitis zuerst durch eine Zahnfleischentzündung (Gingivitis) mit Rötungen und Schwellungen des Zahnfleischs sowie Zahnfleischbluten bemerkbar. Einige Betroffene registrieren auch einen veränderten, sehr speziellen Mundgeruch, der zum Teil etwas süßlich riecht. Oft ist er ein typisches Anzeichen für eine bakterielle Infektion. Bei fortgeschrittener Parodontitis treten als Symptome auch Schmerzen an der betroffenen Stelle auf.

Häufig erkennt jedoch erst der Zahnarzt die Anzeichen einer Parodontitis. Liegt eine Parodontitis vor, zeigen sich typische Veränderungen am Zahnfleisch:

  • Im Gegensatz zu gesundem Zahnfleisch liegt das Zahnfleisch bei einer Parodontitis nicht straff und girlandenförmig am Zahn an.
  • Die Oberfläche des Zahnfleischs ist gerötet und uneben.

Daneben können als Reaktion auf mechanische Reizungen weitere Veränderungen auftreten, zum Beispiel spaltförmige Furchen (sog. Stillman-Spalte) oder stark hervortretende Verdickungen des Zahnfleischrands (sog. McGall-Girlande). Ist das Zahnfleisch bereits etwas zurückgegangen, kann sich dies durch empfindliche Zahnhälse bemerkbar machen.

In manchen Fällen tritt bei einer Parodontitis Eiter aus dem Zahnfleischsaum aus oder es bildet sich eine tastbare Eiterblase (Abszess) im Zahnfleisch. Verläuft die Parodontitis schleichend und unbemerkt, können im fortgeschrittenen Stadium Symptome wie lockere Zähne oder auch Zahnausfall auftreten.

Parodontitis: Eine Frau greift nach einer Zahnbürste. © iStock

Zahnfleischbluten kann auch ein Anzeichen dafür sein, dass eine Parodontitis vorliegt.

Parodontitis ("Parodontose"): Diagnose

Um festzustellen, ob beim Betroffenen eine Parodontitis (veraltet: Parodontose) vorliegt, untersucht er die Zähne und den Mundraum des Betroffenen. Dabei prüft der Zahnarzt,

  • ob Zahnbeläge (Plaque) vorliegen und
  • in welchem Zustand sich das Zahnfleisch befindet.

Wahrscheinlich wird er den Betroffenen fragen, ob das Zahnfleisch schnell zu bluten anfängt.

Dann folgt in der Regel eine Untersuchung der Zahnfleischtaschen. Hierfür tastet der Zahnarzt mit einem speziellen Instrument (einer sogenannten Parodontalsonde) die Zahnfleischtaschen aus. So kann er feststellen, wie tief diese sind, wo genau sie sich befinden und wie stark das umliegende Gewebe aufgrund der Parodontitis entzündet ist.

Im Rahmen der Diagnose erhebt der Zahnarzt dann den sogenannten Parodontalen Screening Index (PSI). Dieser gibt Aufschluss darüber, wie stark die Erkrankung bereits fortgeschritten ist (0 = gesundes Zahnfleisch, 4 = schwere Parodontitis). Zusätzlich kann der Arzt mit einem Speicheltest die Art der Bakterien bestimmen, die sich in den Taschen befinden.

Eine Röntgenaufnahme kann zeigen, ob der Kieferknochen durch die Parodontitis entzündet ist und ob die Entzündung bereits einen Knochenschwund verursacht hat. Auf den Röntgenbildern kann der Zahnarzt zudem mögliche Ablagerungen (Konkremente) unter dem Zahnfleisch erkennen und etwaige überstehende Kronenränder begutachten.

Bei besonders ausgeprägter Parodontitis dient die Röntgenaufnahme dem Zahnarzt auch dazu, zu beurteilen, ob sich der Zahn mit einer entsprechenden Therapie erhalten lässt oder gezogen werden muss.

Parodontitis: Man sieht mehrere Parodontalsonden. © iStock

Mithilfe einer Parodontalsonde ertastet der Zahnarzt, wie tief die Zahnfleischtaschen sind. Die Sonde trägt in bestimmten Millimeter-Abständen schwarze Markierungen.

Parodontitis ("Parodontose"): Behandlung

Bei einer Parodontitis (veraltet: Parodontose) soll die Behandlung zum einen akute Beschwerden lindern. Zum anderen soll sie verhindern, dass die Erkrankung fortschreitet und die Zähne beziehungsweise der Zahnhalteapparat weiteren Schaden nehmen.

Häufig wird die Parodontitisbehandlung nicht ganz korrekt Parodontosebehandlung genannt. Die sogenannte "Parodontosebehandlung" gliedert sich in folgende Einzelschritte:

  • Vorbehandlung der Parodontitis (Informations-, Motivations- und Hygienephase)
  • eigentliche Parodontosebehandlung (medikamentöse und / oder chirurgische Behandlung der Parodontitis)
  • Nachbehandlung der Parodontitis (Nachsorge- und Kontrollphase)

Rauchen steigert nicht nur das Risiko für eine Parodontitis, sondern kann auch die Behandlung erschweren. Ein Rauchverzicht wirkt sich daher günstig auf den Heilungsprozess aus.

Parodontitis-Vorbehandlung

Die Vorbehandlung ist ein wichtiger Baustein der Parodontosebehandlung und dient vor allem der Zahnreinigung. Zuerst befreit der Zahnarzt die Zähne und auch den Zahnbereich unterhalb des Zahnfleischrands von weichen und harten Zahnbelägen (Plaque).  Anschließend erhält der Betroffene individuell auf ihn abgestimmte Tipps zur Zahnpflege und Mundhygiene.

Eine regelmäßige und gute Zahnpflege ist wichtig, um Parodontitis zu bekämpfen und vorzubeugen. Dabei erfordert auch ein gewisses Maß an Eigeninitiative, denn es ist ratsam, das Zähneputzen auf die Parodontitis abzustimmen: Das bedeutet vor allem, erkrankte Zahnfleisch-Bereiche trotz der Blutungsneigung nicht zu schonen, sondern im Gegenteil besonders intensiv, aber gefühlvoll zu reinigen.

Außerdem beseitigt der Zahnarzt im Rahmen der Parodontitis-Vorbehandlung Störfelder im Mundraum, zum Beispiel undichte Füllungen. Eventuell notwendigen Zahnersatz wie etwa eine Zahnprothese fertigt er dagegen erst nach Abschluss der eigentlichen Parodontosebehandlung an.

Parodontosebehandlung

Bei der eigentlichen Parodontose-Behandlung entfernt der Zahnarzt Ablagerungen unterhalb des Zahnfleischrands und glättet die Zahnwurzel. Wie die Parodontosebehandlung dabei genau aussieht, hängt vor allem davon ab, wie tief die Zahnfleischtaschen bereits sind:

  • Sind die Zahnfleischtaschen nicht sehr tief, genügt möglicherweise eine geschlossene Kürettage, um die Parodontitis zu behandeln.
  • Sind jedoch bereits tiefe Zahnfleischtaschen von mehr als fünf Millimetern vorhanden, umfasst die Parodontosebehandlung meist auch chirurgische Maßnahmen.

Geschlossene Kürettage (geschlossene Wurzelreinigung)

Bei Zahnfleischtaschen mit einer Tiefe bis vier Millimeter kommt zur Parodontosebehandlung in der Regel zunächst eine gewebeschonende geschlossene Kürettage zum Einsatz. Hierbei säubert der Zahnarzt die Zahnfleischtasche mit verschiedenen sogenannten Parodontalinstrumenten (Kürette, Ultraschall). Dabei glättet er die in der Tasche liegenden Zahnoberflächen und befreit sie von Bakterien. Die Prozedur kann gegebenenfalls nach einiger Zeit wiederholt werden.

Die Kürettage erfolgt unter örtlicher Betäubung, sodass in der Regel keine Schmerzen auftreten. Dennoch kann das Schaben mit den Instrumenten am Zahn etwas unangenehm sein und es können Blutungen auftreten. Bis zu sechs Tage nach der Parodontosebehandlung kann das Zahnfleisch noch empfindlich sein.

Parodontalchirurgische Maßnahmen

Parodontalchirurgische Maßnahmen können ebenfalls ein Teil der Parodontosebehandlung sein. Sie sind bei bereits länger bestehenden Zahnfleischtaschen sinnvoll, die tiefer als fünf Millimeter sind und die durch eine geschlossene Kürettage nicht erreicht werden.

Offene Kürettage (offene Wurzelreinigung)

Bei einer offenen Kürettage schneidet der Zahnarzt das Zahnfleisch mit dem Skalpell ein, um besser an die entzündete Stelle heran zu kommen. Falls nötig, entfernt er im weiteren Verlauf der Parodontosebehandlung krankhaftes Gewebe und/oder füllt Hohlräume mit Ersatzmaterialien auf. Danach reinigt er die operierte Stelle und vernäht das Zahnfleisch wieder. Der Eingriff bekämpft die Parodontitis sehr effektiv, allerdings entstehen dabei lange Zahnhälse, die mitunter empfindlich auf äußere Einflüsse wie Kälte, Hitze oder säurehaltige Speisen reagieren können.

Gesteuerte Geweberegeneration

Mithilfe der gesteuerten Geweberegeneration versucht der Zahnarzt, abgebautes Gewebe des Kieferknochens und der Zahnhaltefasern wieder aufzubauen beziehungsweise deren Wachstum anzuregen. Bei dieser Form der Parodontosebehandlung legt der Zahnarzt eine spezielle Folie zwischen Zahnhalteapparat und Zahnfleisch ein. Durch die Folie hat der Kieferknochen die Möglichkeit, verlorenes Gewebe langsam wieder nachzubilden. Um bei einer Parodontitis Lücken wieder zu füllen, die durch den Abbau des Kieferknochens entstanden sind, kann der Zahnarzt aber auch körpereigenes Knochengewebe verpflanzen. Das kann die Knochensubstanz des Kieferknochens aber nur zum Teil wiederherstellen.

Weitere operative Maßnahmen

Im Rahmen einer Parodontitis-Behandlung können weitere chirurgische Maßnahmen notwendig werden, wie etwa:

  • Gingivektomie: Entfernung von Zahnfleisch
  • Gingivoplastik: Umlagerung und Rekonstruktion von Zahnfleisch
  • Lappenoperation: Umlagerung großer Schleimhautlappen
  • Osteoplastik: Modellieren von Knochen, eventuell mit Anlagern von Knochenersatz
  • Schleimhauttransplantat: Schleimhautersatz bei Schleimhautdefekten
  • Furkationsbehandlung: Entfernen von Wurzelanteilen oder Freilegen der Wurzelaufgabelung der Backenzähne

Lasertherapie

Eine noch relativ junge Methode, um Zahnfleischtaschen im Rahmen einer Parodontitis-Behandlung zu säubern, ist die Lasertherapie. Mit dem Laserlicht kann der Zahnarzt auch Bakterien abtöten, die sich tief in den Zahnfleischtaschen befinden. Das Zahnfleisch muss er dafür nicht mehr aufschneiden. So kann die Entzündung schnell abheilen.

Sollte der Zahnarzt bei fortgeschrittener Parodontitis doch Zahnfleisch entfernen müssen, kann er mit dem Laser das Gewebe durch Verdampfen oberflächlich um Bruchteile von Millimetern abtragen oder unblutig öffnen. Bei diesem Verfahren kommt es seltener zu Nachblutungen und das Gewebe heilt deutlich schneller. Ob die Lasertherapie bei einer Parodontitis jedoch den klassischen Therapiemöglichkeiten in ihrer Wirkung langfristig entspricht oder sogar überlegen ist, muss sich noch in Studien erweisen.

Antibiotika & Spüllösungen

Im Anschluss an die Parodontosebehandlung verabreicht der Zahnarzt häufig Arzneimittel, die das Bakterienwachstum hemmen und so Entzündungen vorbeugen können. Zur Bekämpfung der Bakterien im Mund kommen meist Spüllösungen (z.B. mit dem Wirkstoff Chlorhexidin) zum Einsatz. In schweren Fällen erhält der Betroffene auch Antibiotika.

Parodontitis-Nachbehandlung

Ist die Parodontosebehandlung abgeschlossen und die Erkrankung dadurch gestoppt, ist bei der Nachbehandlung vor allem die Mitarbeit des Betroffenen gefragt. Wer von Parodontitis betroffen ist, sollte allgemeine Tipps zur Zahnpflege und Mundhygiene beherzigen, um damit Zahnbelag und Zahnfleischentzündungen vorzubeugen.

Regelmäßige Kontrolluntersuchungen beim Zahnarzt helfen außerdem dabei, erneute Entzündungen frühzeitig erkennen. Eine professionelle Zahnreinigung alle drei bis sechs Monate kann das Auftreten von Zahnbelag und Zahnstein zusätzlich verringern.

Parodontitis: Man sieht eine Zahnbürste, Zahnseide und eine Tube Zahnpasta. © iStock

Eine gute Zahnpflege mit regelmäßigem Zähneputzen und dem Gebrauch von Hilfsmitteln wie Zahnseide oder Interdentalbürsten spielt eine wichtige Rolle bei der Nachbehandlung von Parodontitis.

Parodontitis ("Parodontose"): Verlauf

Eine Parodontitis (veraltet: Parodontose) entwickelt sich in der Regel langsam und verläuft häufig in Schüben. Oft ist sie sehr hartnäckig und begleitet den Betroffenen manchmal ein Leben lang. Dabei kann die Parodontitis immer wiederkehren und das Gewebe im weiteren Verlauf schädigen. In schweren Fällen können auch Zähne ausfallen.

Es gibt einige Risikofaktoren, welche die Entstehung von Parodontitis begünstigen und deren Verlauf negativ beeinflussen können. Hierzu zählen zum Beispiel:

Frühzeitig erkannt und behandelt ist die Prognose bei Parodontitis gut. Je länger eine Parodontitis unbehandelt bleibt und voranschreitet, desto höher ist das Risiko von Folgeschäden wie zum Beispiel Zahnverlust. Mit einer guten Zahnpflege und Mundhygiene lässt sich in der Regel verhindern, dass eine Parodontitis erneut auftritt. Auch regelmäßige zahnärztliche Kontrollen tragen zu einem positiven Verlauf bei.

Manchmal verläuft eine Parodontitis jedoch schwierig und heilt trotz Behandlung nicht richtig aus. In 9 von 10 Fällen handelt es sich dabei um Raucher.

Parodontitis ("Parodontose"): Vorbeugen

In der Regel lässt sich einer Parodontitis (veraltet: Parodontose) durch eine gute Zahnpflege und Mundhygiene effektiv vorbeugen. Solange sich kein Zahnbelag bildet, ist das Risiko für eine Parodontitis gering. Eine regelmäßig durchgeführte professionelle Zahnreinigung beim Zahnarzt trägt ebenfalls dazu bei, Zahnfleischerkrankungen zu vermeiden.

Raucher können ihr Erkrankungsrisiko deutlich senken, indem sie das Rauchen aufgeben.

Parodontitis ("Parodontose"): Weitere Informationen

ICD-10-Diagnoseschlüssel:

Hier finden Sie den passenden ICD-10-Code zu "Parodontitis ("Parodontose")":


Onmeda-Lesetipps:

Arzneimittelinformationen zu Entzündungen des Mund- und Rachenraums Zahnfleischentzündung: Infos zur Krankheit Zahnstein und Plaque (Zahnbelag): Was tun? Forum Zahnmedizin (expertenbetreut)

Linktipps:

Ratgeber Gesundes Zahnfleisch (PDF)Informationsbroschüre der Deutschen Gesellschaft für Parodontologie e.V. zum Thema "Gesundes Zahnfleisch bei Schwangerschaft, Diabetes, Nierenerkrankungen und Dialyse, Organtransplantationen und Bluthochdruck und Herz-Kreislauferkrankungen " (PDF-Datei)

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Quellen:

Die Behandlung der Parodontitis. Online-Informationen der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung: www.kzbv.de (Abrufdatum: 10.10.2017)

Parodontitis: Ursachen und Auswirkungen. Online-Informationen der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung: www.kzbv.de (Abrufdatum: 10.10.2017)

Parodontitis. Online-Information der Deutschen Gesellschaft für Parodontologie e.V.: www.dgparo.de (Abrufdatum: 10.10.2017)

Parodontitis. Online-Informationen des Pschyrembel: www.pschyrembel.de (Stand: 7.4.2017)

Parodontose. Online-Informationen des Pschyrembel: www.pschyrembel.de (Stand: 7.4.2017)

Zahnfleischentzündung und Parodontitis. Online-Informationen des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen: www.gesundheitsinformation.de (Stand: 18.6.2014)

Wolf, F. H., et al.: Farbatlanten der Zahnmedizin 1 – Parodontologie. Thieme, Stuttgart 2012

Müller, H.-P.: Checkliste Parodontologie. Thieme, Stuttgart 2012

Gängler, P., et al.: Konservierende Zahnheilkunde und Parodontologie. Thieme, Stuttgart 2010

Rauchen und Parodontitis: Online-Informationen der Arbeitsgemeinschaft Zahngesundheit der zahnärztlichen Verbraucher- und Patientenberatung: www.agz-rnk.de (Stand: 11.12.2010)

Parodontitis: Online-Informationen der Arbeitsgemeinschaft Zahngesundheit der zahnärztlichen Verbraucher- und Patientenberatung: www.agz-rnk.de (Stand: 6.1.2010)

Aktualisiert am: 11. Oktober 2017

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